Kein Uber Pop mehr in Zürich

PERSONENBEFÖRDERUNG ⋅ Der Fahrdienstvermittler Uber stellt sein Angebot Uber Pop in Zürich ein. Künftig sind hier nur noch die teureren Angebote Uber X und Uber Black verfügbar. Ein Sprecher von Uber hat am Mittwoch eine entsprechende Meldung von "Blick Online" bestätigt.
Aktualisiert: 
09.08.2017, 15:58
09. August 2017, 15:28

Die Änderung tritt ab Donnerstagmittag ein. Damit reagiere das Unternehmen auf den Wunsch von Uber-Pop-Partnern, auf Uber X zu wechseln, um Geld verdienen zu können, heisst es in einer Mitteilung. Die Uber-Pop-Fahrer haben nun drei Monate Zeit, um sich die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport zu beschaffen. In Basel und Lausanne bleibt das Angebot bestehen.

Uber Pop ist das günstigste Angebot des umstrittenen Fahrdienstvermittlers. Dabei kann praktisch jeder Autobesitzer Fahrgäste transportieren. Die Fahrer müssen lediglich mindestens 21 Jahre alt sein und über ein gepflegtes Auto mit vier Türen verfügen. Eine Zulassung für den berufsmässigen Personentransport benötigen die Fahrer nicht.

Uber hatte sich auf den Standpunkt gestellt, mit den Tarifen von Uber-Pop sei kein wirtschaftlicher Erfolg erzielbar. Deshalb handle es sich nicht um berufsmässigen Transport. Die Pop-Fahrer dürfen eigentlich höchstens zweimal im Monat fahren. In der Schweiz gelten regelmässige Fahrten als berufsmässig und regelmässig sind Fahrten, wenn jemand innert 16 Tagen mindestens zweimal fährt.

Unia spricht von "Teilerfolg"

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat schon mehrere Uber-Pop-Fahrer gebüsst, weil sie Personen ohne Bewilligung transportiert hatten. Auch in Basel wurden bereits Geldstrafen verhängt.

Nach einer Anfrage von drei Zürcher Kantonsräten hatte sich auch der Regierungsrat mit dem Thema beschäftigt und festgestellt, dass sich die Kriterien des kalifornischen Online-Unternehmens nicht mit Schweizer Recht vertragen.

Die Gewerkschaft Unia wertet die Einstellung von Uber Pop als Teilerfolg. Diese komme einem Eingeständnis gleich, dass Uber während Jahren systematisch den illegalen Personentransport ermöglicht und gefördert habe, schreibt die Gewerkschaft in einer Stellungnahme. Unverständlich sei, warum Uber sein gescheitertes und gesetzwidriges Modell in Basel und Lausanne weiterbetreiben wolle. (sda)

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