Klage gegen Krypto-Start-up

ZUG ⋅ Im Fall Tezos gehen die Investoren auf die Barrikaden.
15. November 2017, 07:45

Das Zuger Jungunternehmen hat im Sommer in einer Finanzierungsrunde 232 Millionen Dollar in Form der beiden Kryptowährungen Bitcoin und Ether eingesammelt. Dank Kurssteigerungen ist das Investment heute je nach Schätzung zwischen 400 und 650 Millionen Dollar wert. Das Problem dabei: Das Geld ist blockiert, und die Verantwortlichen bei Tezos haben sich zerstritten (Artikel vom 26. Oktober).

Die Idee hinter Tezos ist, eine neue, weiterentwickelte Kryptowährung namens Tezzie zu schaffen. Hierfür wurde im Juli ein sogenanntes Initial Coin Offering (ICO) durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Art «Börsengang», wobei Investoren breit gehandelte Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether gegen neu zu schaffende Kryptowährungen tauschen – in diesem Fall Tezzies. Doch diese versprochenen Tezzies gibt es bis heute nicht. Der Start des sogenannten Tezos Network wurde auf Februar 2018 verschoben. Die Anleger werden darum langsam nervös – und haben nun gemäss Reuters eine Sammelklage in Kalifornien eingereicht. Sie werfen den beiden Tezos-Gründern – dem Ehepaar Kath­leen und Arthur Breitman – vor, ihre Versprechen nicht gehalten zu haben. Einer der Vorwürfe lautet, die Breitmans wollten 20 Millionen Dollar aus dem ICO für sich beanspruchen.

Keine Rückerstattung der Investitionssumme geplant

Anfang dieser Woche hat sich nun ein weiterer Akteur eingeschaltet: Die Zuger Handelsplattform Bitcoin Suisse. In einer Stellungnahme schreibt CEO Niklas Nikolajsen, dass im Zusammenhang mit dem Tezos-ICO alle Kryptowährungstransaktionen über Bitcoin Suisse gelaufen seien. An die Adresse der Investoren schreibt Nikolajsen, ihre Mittel seien sicher und es gebe keinerlei Anzeichen für Missmanagement oder Zweckentfremdung.

Allerdings schliesst Bitcoin Suisse die Möglichkeit aus, dass Tezos-ICO-Teilnehmer ihre Investitionssumme zurückerhalten. Dies sei so in den ICO-Bedingungen festgehalten worden. Rückzahlungen nach beendetem ICO könnten aus regulatorischen wie auch praktischen Gründen nicht erfolgen. Wenn überhaupt, könne dies nur die Tezos-Stiftung durch eine nachträgliche Veränderung der Bedingungen veranlassen. Nikolajsen: «Bitcoin ­Suisse hat klar und deutlich darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an diesem Projekt von hohen Risiken begleitet ist.» (mim)


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