Lösung für Lehrlinge gesucht

ADLIGENSWIL ⋅ Unter den 172 Mitarbeitenden, die Ende des ­kommenden Jahres wegen der Schliessung ihre Stelle im Ringier-Druckzentrum von Adligenswil verlieren, befinden sich auch Lernende. Sie sollen innerhalb des Ringier-Konzerns weiter beschäftigt werden.
10. November 2017, 07:38

Zwei von ihnen schliessen die Lehre im nächsten Sommer ab. Für die anderen vier jungen Berufsleute suche der Medienkonzern gemeinsam mit den Betroffenen passende Lösungen innerhalb des Unternehmens, hiess es am Donnerstag bei Ringier. Die Rollenoffset-Druckerei in Zofingen betreibt Ringier weiter.

Scharfe Kritik der Gewerkschaften

Die Gewerkschaften Syndicom und Syna kritisieren den Schliessungsentscheid von Ringier heftig. Syna empört sich, der Medienkonzern habe den Gewinn gesteigert und zögere trotzdem nicht, die Stellen im Adligenswiler Druckereizentrum zu opfern. «Allein um des Profits willen», heisst es in der Mitteilung. Syndicom verlangt, die Möglichkeit zu prüfen, den Betrieb weiterzuführen. Die Gewerkschaft kritisiert, Tamedia verfüge bald über eine quasi Monopolzeitungsdruckerei, und wirft die Frage auf, ob die Zürcher weiterhin günstig ­offerieren werden. Ringier lässt seine Tageszeitungen künftig bei Tamedia drucken. Beide Gewerkschaften unterstützen das Konsultationsverfahren und pochen auf Mitsprache sowie auf sozialverträgliche Entlassungsbedingungen.

Höhere Transportkosten für Perlen Papier AG

Nur geringe Folgen hat die Schliessung des Ringier-Druckzentrums für die Chemie + Papier Holding AG (CPH) in Perlen. Sie ist ab dem kommenden Jahr die einzige Zeitungspapierherstellerin in der Schweiz.

«Ringier lässt die Zeitungen nun bei Tamedia in Zürich und nicht mehr im benachbarten Adligenswil drucken. Das bedeutet für uns ab 2019 längere Lieferwege und damit höhere Transportkosten», sagt CPH-Sprecher Christian Weber. (rr)


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