Kommentar

Tourismusdestination Schweiz: Veloland mit Potenzial

Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser Kym zur aktuellen Kampagne von Schweiz Tourismus, welche mit der Schweiz als Veloland wirbt.
12. April 2018, 22:33

Mit dem Velo in die Schweizer Natur eintauchen. Mit dieser Verheissung wirbt Schweiz Tourismus diesen Sommer um Gäste. Damit liegt die Marketingorganisation ganz auf der Linie ihrer Kampagne 2017, die da hiess: «Zurück zur Natur».

Das Vorhaben, Touristen in den Velosattel zu locken, hat durchaus Potenzial. Zum einen mag es gelingen, einen Teil jener Reisefreudigen für Bewegung zu begeistern, die sonst lieber faul am Strand oder am Pool fläzen. Zum anderen kann man Gästen, die unser Land bisher zum Wandern, für Wellness, Shopping oder Sehenswürdigkeiten besucht haben, zusätzliche Angebote unterbreiten. Und drittens: Mit Veloferien lässt sich der Sommer in den Herbst verlängern.

Um der Übung zum Erfolg zu verhelfen, bedarf es indessen massgeschneiderter Routen für alle Zielgruppen, für den Genussradler wie für den Supersportler, für Familien wie für ältere Semester. Auch die Infrastruktur muss stimmen, von adäquaten Unterkünften bis hin zu exzellenten Velowegen. Gerade hier liegt noch einiges im Argen, denkt man etwa an die Lage in Städten oder entlang vieler Überlandstrassen.

Der Boom der E-Bikes spielt Schweiz Tourismus in die Hände. Das bringt auch Leute aufs Velo, die sich für herkömmliche Drahtesel für zu unsportlich halten. Bleibt die Kehrseite der Medaille: die relativ hohen Unfallzahlen mit E-Bikes. Und die Frage, ob man in den Bergen und im Wald noch mehr Mountainbiker will. Tunlichst zu vermeiden sind sodann Pannen solcher Art: Da wurde in der Zentralschweiz eine familienfreundliche Velotour angepriesen – und an der mitbeworbenen Velostation gab es keine Leihvelos für Kinder.

Thomas Griesser Kym

wirtschaft@luzernerzeitung.ch


Anzeige: