Walter Meier holt Jobs nach Nebikon

KLIMATECHNIK ⋅ Nach der Fusion mit Tobler will die Walter-Meier-Gruppe die Belegschaft am Logistiksitz in Nebikon ausbauen. Der Standort könnte künftig noch wichtiger werden.
09. August 2017, 04:39

Maurizio Minetti

Mit der Fusion der Walter Meier AG und der Tobler Haustechnik AG ist vor kurzem der Schweizer Marktführer im Bereich Klimatechnik entstanden. Die Ankündigung des Zusammenschlusses Anfang dieses Jahres kam bei den Investoren gut an; die Aktie von Walter Meier, die seit zwei Jahren um die 35 Franken wert war, hat sich mittlerweile auf knapp 45 Franken verteuert. Mehr als eine halbe Milliarde Franken wird der mittlerweile fusionierte Grosshändler von Heizungen und Klimaanlagen jährlich umsetzen.

Verunsicherung löste die Fusion aber bei der Belegschaft aus, denn mit dem Zusammenschluss gaben die beiden Firmen auch einen Stellenabbau bekannt. Wegen Überschneidungen werden über die nächsten zwei bis drei Jahre 120 Stellen der insgesamt 1520 Arbeitsplätze des fusionierten Unternehmens gestrichen. Lange war nicht klar, ob auch der erst Ende 2016 eröffnete Standort von Walter Meier in Nebikon davon betroffen sein könnte. Nun zeigt sich, dass in Nebikon keine Jobs wegfallen – im Gegenteil: Die Luzerner Niederlassung soll künftig weiter ausgebaut werden.

«Für den Betrieb der Anlagen in Nebikon brauchen wir einen Mindestbestand von Mitarbeitern», erklärt Walter-Meier- Sprecher Martin Schäppi. Hinzu komme, dass man nun die Ersatzteilversorgung der beiden Organisationen in Nebikon bündeln werde. Weiter sollen im Herbst die Teams, die sich um den Einkauf kümmern, aus Vevey VD und Schwerzenbach ZH in Nebikon zusammengeführt werden. Das führe zu einem Anstieg der Vollzeitstellen von aktuell 40 auf rund 50, erklärt der Sprecher. Schon letztes Jahr wurden die Lager aus Schwerzenbach und Kestenholz SO nach Nebikon gezügelt. Danach folgten die Umzüge der Regionallager Oberbüren SG, Vevey, Romont FR und Bern/ Ittigen. Ebenso wurden die Servicestellen Oftringen AG und Sursee zusammengefasst und ins Dienstleistungszentrum Nebikon integriert. Und vor einem Jahr hat Walter Meier in Nebikon einen Abholshop für Händler eröffnet.

Gesamte Logistik wird zentralisiert

Ein weiterer Ausbau in Nebikon sei derzeit nicht geplant, sagt Martin Schäppi. Allerdings ist bekannt, dass der fusionierte Konzern seine gesamte Logistik an einem einzigen Standort zentralisieren will. Dadurch könnte die Effizienz gesteigert werden. Heute betreibt der Konzern neben dem Logistikstandort in Nebikon auch noch einen Standort von Tobler im solothurnischen Däniken. «Wo die Logistik künftig zentralisiert werden soll, ist noch nicht entschieden», erläutert Martin Schäppi. Vieles spricht für Nebikon: Hier wurde erst vor Jahresfrist das neue Dienstleistungszentrum in Betrieb genommen. Es umfasst das hochautomatisierte Zentrallager und ist schon heute die nationale Logistik-Drehscheibe für sämtliche Handels­waren und Ersatzteile der früheren Walter Meier AG.

Das neue Logistikgebäude umfasst zudem auch Büroarbeitsplätze sowie Schulungs- und Sitzungsräume. Der Automatisierungsgrad ist hoch, die Zahl der Arbeitsplätze im Verhältnis eher klein. Auf dem Dach produziert eine Fotovoltaikanlage im Jahresschnitt mehr Strom, als für den Betrieb benötigt wird.

Zunächst geht es nun aber dar­um, dem fusionierten Unternehmen einen neuen Marktauftritt zu verpassen. Ende November soll ein neuer Firmennamen enthüllt werden. Ab 2018 wird der Konzern damit am Markt auftreten, heisst es.


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