Actelion legt beim Gewinn kräftig zu

PHARMA ⋅ Auch wenn Analysten mehr erhofft hatten: Das Biotechnologieunternehmen Actelion hat ein gutes Jahr hinter sich. Gewinn und Umsatz konnten deutlich gesteigert werden. Positiv zu Buche schlug insbesondere das neue Medikament gegen Lungenbluthockdruck Opsumit.

2014 war das erste volle Verkaufsjahr von Opsumit. Bis Ende Jahr wurden über 6300 Patienten in 18 Ländern, darunter auch den USA, mit dem Medikament behandelt. Der Umsatz mit Opsumit belief sich auf 180 Mio. Franken. Laut Mitteilung von Actelion bewährt sich das Medikament in der Praxis. So seien im vergangenen Jahr an verschiedenen medizinischen Kongressen Daten vorgestellt worden, die den klinischen Nutzen des Medikaments zusätzlich unterstrichen.

Der gute Verkaufsstart von Opsumit sei jedoch leicht zu Lasten des Vorgängerprodukts Tracleer gegangen, wo der Umsatz um 3 Prozent zurückging. Zudem habe Tracleer Konkurrenz von Generikaprodukten erhalten, hiess es weiter. Mit einem Anteil von knapp 76 Prozent am Gesamtumsatz ist das Medikament aber nach wie vor der Verkaufsrenner von Actelion.

Alles in allem konnte das Allschwiler Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 1,96 Mrd. Fr. steigern. Neben Opsumit trug auch Veletri, ebenfalls ein Medikament gegen Lungenbluthochdruck, mit einem Plus von 76 Prozent zum Wachstum bei. Operativ stieg der Gewinn um 18 Prozent auf 570 Mio. Franken.

Beim Reingewinn resultierte mit 594 Mio. Franken sogar ein Plus von 31 Prozent. Hier sind allerdings noch Steuererträge aufgrund der Auflösung einer Wertberichtigung sowie weitere Steuereffekte mit eingerechnet.

Von den Mehreinnahmen sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Erhöhung der Aktiendividende von 1,20 Fr. auf 1,30 Fr. vor. Gleichzeitig gibt das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm bekannt. Über drei Jahre verteilt sollen bis zu 10 Mio. Titel erworben werden.

Analysten hatten etwas mehr erwartet

Trotz des angekündigten Aktienrückkaufs und der Dividendenerhöhung geriet die Aktie von Actelion am Montagmorgen unter Druck. Kurz nach Handelsbeginn sank der Aktienkurs von 105 Fr. am Vortag auf noch rund 100 Franken. Nach dem Einbruch erholte sich der Kurs jedoch wieder. Kurz nach 11 Uhr kostete die Actelion-Aktie 102,60 Franken. Das entspricht noch einem Minus von rund 2,7 Prozent gegenüber dem Kurs vom Freitag

Wie ersten Analystenkommentaren zu entnehmen ist, hat die Geschäftsentwicklung vor allem im vierten und letzten Quartal die Erwartungen leicht verfehlt. Sowohl der Absatz mit dem Hauptumsatzträger Tracleer als auch jener mit dem Nachfolgepräparat Opsumit sei schwächer als erhofft ausgefallen, heisst es. Experten machen dabei zumindest teilweise negative Währungseffekte für das mässige Abschneiden verantwortlich. Auf der Kostenseite seien grössere Überraschungen hingegen ausgeblieben.

Messlatte liegt hoch

Im laufenden Jahr rechnet Actelion mit einem etwas schwächeren Gewinnwachstum als 2014. Der Kerngewinn, jener Kennzahl, mit der Actelion intern die Rentabilität misst, soll gemäss Communiqué nur noch im einstelligen Prozentbereich zulegen.

Aufgrund der starken Leistung 2014, wo der Kerngewinn um 20 Prozent zulegte, liege die Messlatte hoch. Zudem sehe man sich mit zunehmender Konkurrent von Generika konfrontiert und auch die Frankenaufwertung wirke sich erschwerend aufs Geschäft aus.

Wie Finanzchef André C. Muller gegenüber der Nachrichtenagentur AWP erklärte, fallen bei Actelion 27 Prozent des Betriebsaufwands in der Schweiz an. Mit den aktuellen Wechselkursen wäre das Ergebnis 2014 um rund 8 Prozent belastet worden. Ein Kostensenkungsprogramm ist gemäss Muller aber nicht geplant. (sda)


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