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Bei Sonova drohen Entlassungen

HÖRGERÄTE ⋅ Im Zuge der teilweisen Auslagerung der Produktion rechnet Sonova-Chef Lukas Braunschweiler auch mit Entlassungen. Betroffen seien vor allem Jobs für unqualifizierte Arbeitskräfte.

Strategisch wichtige Kernkomponenten wie Elektronik oder Spritzgussteile für die Hörgeräte würden aber nach wie vor in Stäfa ZH gefertigt, sagte Braunschweiler an einer Telefonkonferenz am Montag.

Sonova hatte am Montagmorgen angekündigt, in den kommenden zwölf Monaten schrittweise 100 Stellen von Stäfa in die bestehenden Produktionsstätten in Manchester und im chinesischen Suzhou zu verlagern. Trotz Frühpensionierungen und natürlicher Fluktuation sei auch mit Entlassungen zu rechnen, erklärte Braunschweiler gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.

Mit dem Schritt will das Unternehmen als Reaktion auf die Frankenaufwertung den Kostenanteil in der Schweiz um 5 Prozent reduzieren. Unter dem Strich sollen gemäss Braunschweiler so etwa 15 Mio. Fr. eingespart werden. Aktuell fallen bei Sonova rund 20 Prozent der Kosten in Franken an.

Insgesamt beschäftigt Sonova in der Schweiz 12 Prozent seiner rund 10'000 Mitarbeiter weltweit. Im Jahr 2003 lag der Anteil der Beschäftigten in der Schweiz noch bei über einem Viertel. Als zusätzliche Massnahme zur Kostenreduktion soll im laufenden Jahr die Gesamtlohnsumme für Management und Mitarbeitende in der Schweiz nicht erhöht werden.

Lohnsumme wird nicht erhöht

Weiter teilt Sonova mit, dass die Gesamtlohnsumme für in der Schweiz beschäftigten Kader und Mitarbeiter im laufenden Jahr nicht erhöht wird. Das Unternehmen mit Sitz in Stäfa am Zürichsee will zudem seine Marktposition in Deutschland stärken. Dazu kauft es die Hansaton Akustik GmbH.

Hansaton zählt weltweit rund 200 Mitarbeiter und hat 2014 einen Umsatz von 42 Mio. Euro erzielt. Das 1957 gegründete Unternehmen entwickelt nach Angaben von Sonova ein umfangreiches Spektrum an Hörgeräten für eine grosse Bandbreite an Hörverlusten. Hansaton mit seiner Zentrale in Hamburg soll als unabhängiges Grosshandelsunternehmen weitergeführt werden.

Über den Kaufpreis für Hansaton machte Sonova keine Angaben. (sda)

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