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Bündner Bahn hat Sorgen mit dem Güterverkehr

BAHNVERKEHR ⋅ Die Rhätische Bahn hat im Jubiläumsjahr ihres 125-jährigen Bestehens mehr Passagiere transportiert und den Gesamtertrag gesteigert. Sorgen bereitet ihr die Sparte Güterverkehr, in der 2014 ein Verlust resultierte.

Total 349 Millionen Franken oder vier Millionen Franken mehr als im Vorjahr erwirtschaftete die Rhätische Bahn (RhB) im Geschäftsjahr 2014. Erfreulich fielen die Zahlen im Personenverkehr aus, wo die Bahn trotz des schwierigen Umfeldes im Tourismus Frequenzen und Ertrag steigerte. 10,1 Millionen Passagiere fuhren in den RhB-Zügen, was ein Plus von 2,7 Prozent bedeutet.

Die Einnahmen im Personenverkehr wuchsen um eine halbe Million auf 97,7 Millionen Franken, wie das Bahnunternehmen am Freitag in Chur bekanntgab. Auch der Autoverlad am Vereina brachte eine halbe Million Franken mehr oder insgesamt 14,7 Millionen Franken ein.

Enthalten in den Gesamteinnahmen sind Abgeltungen der öffentlichen Hand von 72 Millionen Franken für den Personenverkehr und sechs Millionen Franken für den Güterverkehr. Unter dem Strich weist die Bahn ein positives Ergebnis von 186'000 Franken aus, gegenüber 261'000 Franken im Vorjahr.

Güterverkehr: ausgeglichenes Ergebnis im Auge

Sorgen bereitet dem Bahnunternehmen nach wie vor die Sparte Güterverkehr, wo ein Betriebsverlust von 1,6 Millionen Franken herausschaute. Die transportierten Mengen sind weiter rückläufig.

"Das wollen und können wir nicht länger tolerieren", sagte Verwaltungsratspräsident Stefan Engler an der Bilanzmedienorientierung zur Entwicklung im Güterverkehr. Konkret will die RhB den Güterwagen-Bestand reduzieren und das Angebot den Marktbedürfnisse anpassen. Engler betonte, Ziel sei es, in spätestens zwei bis drei Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Die Investitionen von 205 Millionen Franken übertrafen jene des Vorjahres um 20 Millionen Franken. 161 Millionen Franken wurden allein in die Infrastruktur investiert.

Im laufenden Jahr will die RhB die Flotte erneuern. Bereits erfolgt ist die öffentliche Ausschreibung zur Beschaffung von 27 vierteiligen Triebzügen. Beim Projekt Neubau des Albulatunnels stehen Vorbereitungsarbeiten im bestehenden Tunnel an. Der Anstich zum neuen Tunnel soll im Herbst stattfinden.

Unfall belastet Rechnung mit 1,1 Millionen

Überschattet wurde das Jubiläumsjahr vom schwersten RhB-Unglück seit langem: Im August entgleiste bei Tiefencastel ein Zug wegen eines Erdrutsches. Ein Waggon stürzte vom Trassee und blieb in einem Steilhang an Bäumen hängen. Elf Personen wurden verletzt, eine von ihnen erlag später ihren Verletzungen.

Laut Verwaltungsratspräsident Engler wird im Verlauf des Sommers der Bericht der Untersuchungsbehörden zum Unfall erwartet. Das Ereignis belastete die RhB-Rechnung mit 1,1 Millionen Franken. Darin enthalten sind Aufwendungen für Rettungskosten sowie für die Instandsetzungen von Infrastruktur und Rollmaterial.

Die verunfallten Passagiere, einige davon aus Asien, seien wieder gesund. Es sei versucht worden, "kulante Lösungen zu treffen". Engler sagte, man habe nicht den Eindruck, dass Passagiere wegen des Unfalls Angst hätten, "mit uns zu fahren". (sda)

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