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CS-Aktionäre billigen Managerlöhne

BANKEN ⋅ Die Aktionäre der Credit Suisse (CS) haben an der Generalversammlung in Zürich die Vergütungen für die Manager der Grossbank gutgeheissen. Der scheidende CS-Chef Brady Dougan schlug vor den versammelten Aktionären selbstkritische Töne an.

"Im Rückblick hätte ich beispielsweise zurückhaltender sein sollen beim Ausbau des Geschäfts in der Erholungsphase gleich nach der Krise", sagte Dougan am Freitag. Er habe sicher auch gewisse Fehler gemacht. "Unsere Bank ist heute stark, gut ausgerichtet und bereit für die Zusammenarbeit mit ihrem nächsten CEO."

Am 1. Juli 2015 wird Tidjane Thiam Dougan als Konzernchef ablösen. Der neue Chef werde nach der Amtsübernahme in die Schweiz ziehen, kündigte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner an.

Zweidrittelmehrheit für Vergütungsbericht

Mit rund einer Zweidrittelmehrheit hiessen die Aktionäre die Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gut. Für eine Genehmigung hätte eine Mehrheit von 50 Prozent genügt. 2014 war der Vergütungsbericht noch mit rund 81 Prozent der Stimmen abgesegnet worden.

Er interpretiere das Ergebnis als Aufforderung, im nächsten Jahr noch "mehr an der Transparenz zu arbeiten", so dass mindestens 85 Prozent erreicht werden könnten, kommentierte Verwaltungsratspräsident Rohner die Abstimmung. Nach dem Ja zur Abzocker-Initiative ist das Votum der Aktionäre bindend.

Die Generalversammlung gewährte der Bankführung Entlastung: Die Décharge kam mit einem Ja-Anteil von 94,28 Prozent durch. Weiter stimmten die Aktionäre einer Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 von 0,70 Franken je Aktie aus Kapitalreserven in Form einer Wahldividende zu.

Kritik von Actares

Kritik erhielt die CS von der Aktionärsvereinigung Actares: Präsident Rudolf Meyer monierte insbesondere die Vergütung des Managements als überzogen und sprach von einer "Bedienungsmentalität". Er hielt dem Management auch magere Fortschritte bei der Förderung der Frauen in Kaderfunktionen vor.

Auch mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz gab es kritische Stimmen zu Engagements der CS. Risikomanager Joachim Oechslin wies allerdings Vorwürfe zurück, wonach sich die Grossbank nicht an die Weisungen halte.

Verwaltungsratspräsident Rohner wurde mit rund 96 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Jean-Daniel Gerber und Anton van Rossum hatten sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Seraina Maag.

Nulltoleranz

Rohner äusserte sich auch zur Bereinigung des US-Steuerstreits im Mai 2014. Die Bank bedauere das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft, das zum grössten und langwierigsten Rechtsfall ihrer Geschichte geworden sei, ausserordentlich.

Die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften müsse absolute Priorität haben, stellte Rohner klar. Es werde diesbezüglich kein Fehlverhalten toleriert. Die Reputation sei ein zentraler Wert für den nachhaltigen Erfolg der Bank. Wer dies nicht verstehe und akzeptiere, habe bei der Credit Suisse Group nichts verloren.

Auch Dougan äusserte sich zum US-Steuerstreit: "Ich denke, wir haben in einer sehr schwierigen Situation gute Arbeit geleistet. Es war nicht einfach, aber wir haben einen verantwortungsvollen und gangbaren Weg gefunden, um den wohl bedeutendsten Rechtsfall in der Geschichte unserer Bank beizulegen." (sda/awp)

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