Chinas Importe brechen ein

AUSSENHANDEL ⋅ Chinas Ein- und Ausfuhren sind im Januar deutlich stärker gesunken als erwartet. Die Importe fielen im Jahresvergleich um fast 20 Prozent und die Exporte um 3,3 Prozent, wie die Zollbehörde am Sonntag mitteilte.

Damit wies das Reich der Mitte im Januar einen Rekord-Handelsüberschuss von 60 Milliarden Dollar aus. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang der Importe um 3 Prozent und mit einem Anstieg der Exporte um 6,3 Prozent gerechnet. Die Daten dürften die Sorge verschärfen, dass sich die chinesische Wirtschaft zu stark abkühlt.

Die Vergleichbarkeit von chinesischen Konjunkturdaten im Januar und Februar wird durch das einwöchige Neujahrsfest erschwert. Allerdings fand es 2014 im Januar statt, während die Fabriken in diesem Jahr erst im Februar für eine Woche die Produktion zurückfahren.

Der Rückgang bei den Importen war so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr, als die chinesische Industrie mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen hatte. Eigentlich will die Regierung in Peking die bislang stark vom Export abhängige Wirtschaft mehr auf den einheimischen Konsum ausrichten. Daher gilt eine gewisse Verlangsamung als unausweichlich.

Experten zeigten sich allerdings besorgt über die Stärke des Rückgangs. "Das sind sehr seltsame Daten", erklärte Andrew Polk vom Conference Board in Peking. Besonders der Einbruch bei der Einfuhr bereite ihm Sorge: "Die Import-Zahlen deuten auf eine deutliche Verlangsamung im Industriesektor hin. Das erste Quartal sieht ziemlich furchtbar aus." (sda/reu)


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