Cloud-Geschäft als Amazon-Lichtblick

INTERNET ⋅ Der weltgrösste Onlinehändler Amazon ist wegen hoher Investitionen im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Gleichzeitig schlägt sich der Konzern bei den zukunftsträchtigen Cloud-Diensten immer besser.

Das zeigen die in der Nacht auf Freitag erstmals veröffentlichten Zahlen in diesem Bereich, in dem sich auch Konkurrenten SAP, IBM und Microsoft tummeln.

Die Erlöse der Sparte Amazon Web Services sprangen um fast die Hälfte auf 1,57 Milliarden Dollar in die Höhe. Damit machen die Cloud-Dienste immerhin schon sieben Prozent vom gesamten Umsatz aus. Der operative Gewinn stieg um acht Prozent auf 265 Millionen Dollar.

Die Zahlen zeigen: Der Umsatz mit der Auslagerung von Speicher- und Rechendiensten ins Internet ist nicht nur profitabel, sondern wächst auch rasant. Und das Management rechnet mit einer weiteren Beschleunigung des Wachstums. Amazon investiere stark in den Bereich, was sich auf lange Sicht auszahlen werde, hiess es.

Harte Konkurrenz

Gleichzeitig steckt Amazon Milliarden in Smartphones und Tablets, Videos, eigene Filme sowie Spiele. Damit will Konzernchef Jeff Bezos Apple, Google und dem aufstrebenden Video-Portal Netflix Paroli bieten. Einige Beobachter beurteilen die Wachstumsstrategie von Amazon als riskant. Zuletzt sind immer wieder Stimmen aufgekommen, Bezos könne sich mit seinen Investitionen verzetteln.

Doch für den Amazon-Chef steht das Umsatzwachstum über allem - die Zahlen zum Geschäft in den ersten drei Monaten dürften ihm deshalb gefallen haben. Die Erlöse steigerten sich um 15 Prozent auf 22,7 Mrd. Dollar. Vor allem in Nordamerika ging es überdurchschnittlich nach oben.

Dollarstärke belastet

Im wichtigen Auslandgeschäft lief es mit einem Rückgang der Einnahmen von knapp zwei Prozent weniger gut. Das internationale Geschäft der Amerikaner steht für mehr als ein Drittel der gesamten Erlöse.

Amazon verwies auf den starken Dollar, der internationale Einnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger erscheinen lässt. Demnach wäre der Umsatz ohne die negativen Währungseffekte um 22 Prozent gewachsen.

Hohe Kosten drücken auf das Ergebnis

Freilich hat das starke Konzernwachstum auch seinen Preis. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von 57 Millionen Dollar, nachdem es im Jahr zuvor noch zu einem Gewinn von 108 Millionen gereicht hatte. Amazon hat in der Vergangenheit immer wieder rote Zahlen geschrieben.

Für das laufende Frühjahresquartal rechnet Amazon mit einem Umsatzwachstum von sieben bis 18 Prozent auf 20,6 bis 22,8 Milliarden Dollar. Operativ könnte ein Verlust von 500 Millionen bis zu einem Gewinn von 50 Millionen Dollar anfallen. (sda/reu)


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