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Glencore leidet unter Preisverfall und schreibt Milliardenverlust

BAAR ⋅ Niedrige Rohstoffpreise und eine drückende Schuldenlast haben dem Bergbaukonzern Glencore im vergangenen Jahr arg zugesetzt. Der Rohstoffriese schrieb einen Verlust von 8,1 Milliarden Dollar.

Im Vorjahr hatte Glencore noch einen Reingewinn von 2,4 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der den Aktionären zurechenbare Verlust beläuft sich auf rund 5 Milliarden Dollar, wie der Rohstoff- und Minenkonzern mit Sitz in Baar am Dienstag mitteilte. 2014 hatten die Aktionäre von einem Anteil am Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar profitiert.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank um 68 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz verringerte sich um 23 Prozent auf 170,5 Milliarden Dollar. Als Grund für den Rückgang nennt Glencore den Preisverfall bei den Rohstoffen, das tiefere Wirtschaftswachstum in China sowie den starken Dollar.

Die Rohstoffpreise sind im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gesunken. Grund ist vor allem die schleppende Konjunktur in China. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wuchs im letzten Jahr mit 6,9 Prozent so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Wegen der sinkenden Nachfrage hatte Glencore im vergangenen Jahr die Produktion von Kupfer (3 Prozent), Kohle (10 Prozent) und Nickel (5 Prozent) zurückgefahren.

Doch Konzernchef Iwan Glasenberg gibt sich zuversichtlich. «Unser Geschäft bleibt operativ und finanziell robust», sagte er an einer Medienkonferenz in London. Er verwies auf eine solide Bilanz mit einer rekordhohen Liquidität von rund 15 Milliarden Dollar zum Jahresende.

Fortschritte bei Schuldenabbau

Wegen des Preiszerfalls bei den Rohstoffen will Glencore seinen gewaltigen Schuldenberg abtragen. Dieser hatte im ersten Halbjahr 2014 einen Höchststand von 37,6 Milliarden Dollar erreicht. Bis Ende 2016 soll die Verschuldung auf 18 bis 19 Milliarden Dollar sinken.

Bis Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte Glencore seine Nettoverbindlichkeiten um 15 Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar reduzieren. Damit sieht sich der Konzern auf Kurs. Finanzchef Steven Kalmin zeigte sich überzeugt, dass Glencore sein Ziel erreichen wird.

Bei den Beteiligungsverkäufen kommt der Konzern deutlich schneller voran als zunächst geplant. Im laufenden Jahr sollten zusätzlich Geschäftsbereiche im Volumen von vier bis fünf Milliarden Dollar verkauft werden, neben den bereits vereinbarten Verkäufen in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar.

So rechnet Glencore damit, dass sich die Gruppe noch im zweiten Quartal 2016 von Minderheitsanteilen im Landwirtschaftsgeschäfte trennen könne. Auch verlaufe der Verkaufsprozess für die Minen Cobar und Lomas Bayas gut. Zudem sieht der Konzern, der weltweit rund 160'000 Mitarbeitende beschäftigt, für das laufende Geschäftsjahr weitere Kosteneinsparungen im Umfang von 400 Millionen Dollar vor.

Markt in der Krise

Glencore steht in der Krise nicht alleine da. So kappte der britisch-australische Konkurrent BHP Billiton nach einem desaströsen Halbjahr die Dividende - zum ersten Mal seit seiner Entstehung vor 15 Jahren.

Beim britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto halbierte sich der Reingewinn im vergangenen Jahr auf 4,5 Milliarden Dollar, der niedrigste Gewinn seit Jahren. Der brasilianische Bergbaukonzern Vale fuhr im vierten Quartal einen Nettoverlust von 8,57 Milliarden Dollar ein - der grösste Fehlbetrag seit der Privatisierung des Bergbau-Konzerns 1997. (sda)

 

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