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Lafarge sieht Fusionsvertrag als definitiv

ZEMENTINDUSTRIE ⋅ Lafarge-Chef Bruno Lafont sieht keinen Grund, den Fusionsvertrag mit Holcim weiter anzupassen. "Das Austauschverhältnis wird sich nicht mehr ändern, die Unternehmensführung auch nicht", sagte Lafont am Samstag der Zeitung "Le Monde".

"Elf Monate nach dem ersten Projekt haben sich die Marktbedingungen etwas verschoben und wir haben uns dem angepasst, ohne am Prinzip einer Fusion zweier gleichwertiger Partner etwas zu ändern", sagte Lafont.

Holcim und Lafarge hatten vor knapp einem Jahr eine Fusion über einen Aktientausch im Verhältnis eins zu eins vereinbart. Angesichts des besseres Geschäftsverlaufs setzte Holcim vor zehn Tagen aber durch, dass die Lafarge-Eigner für zehn eigene Aktien nur noch neun Titel von Holcim erhalten.

Das stellte jedoch nicht alle Aktionäre zufrieden. Der russische Milliardär und Eurocement-Eigentümer Filaret Galtchev, der 10,8 Prozent an Holcim hält, lehnte vor einer Woche dieses nachgebesserte Angebot ab. Doch Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle schloss kurz darauf eine weitere Anpassung des Angebots aus.

Er zeigte sich jedoch bereit, Eurocement einen Sitz im künftigen Verwaltungsrat des neuen Unternehmens anzubieten, was Galtchev jedoch seinerseits ablehnte.

Streitpunkt Firmenchef

Neben dem Austauschverhältnis der Aktien war auch die Besetzung der Konzernführung umstritten. Lafont war vorerst als Konzernchef des neuen Unternehmens vorgesehen. Zusammen mit Reitzle soll er jetzt jedoch den Verwaltungsrat führen.

Der Konzernchef dagegen ist noch nicht ernannt, was eine weitere Hürde für die Fusion darstellt. Der drittgrösste Holcim-Aktionärin Harris Associates hat nämlich noch nicht bekannt gegeben, ob sie der Fusion von Holcim mit dem französischen Konkurrenten Lafarge zustimmt. Sie machte vergangene Woche die Zustimmung von der Frage abhängig, wer Chef des neuen Unternehmens werde.

Lafont sagte dazu vor zwei Wochen, dass dies eine Persönlichkeit sein müsse, die einerseits das Zementgeschäft gut kennen müsse und zweitens fähig sei, eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen.

"Fusion ist in ihrem Interesse"

Für Lafont steht es dabei ausser Frage, dass man eine solche Person auch tatsächlich findet. Die Fusion sei dadurch auf alle Fälle nicht in Frage gestellt. "Es ist normal, dass es Diskussionen bis ganz zum Schluss gibt", sagte er. "Aber wenn es darum geht abzustimmen, werden sie schliesslich einsehen, dass diese Fusion in ihrem Interesse ist."

Die für die Fusion nötige Kapitalerhöhung bei Holcim wird den Aktionären am 8. Mai unterbreitet. Die Transaktion kommt nur zu Stande, wenn sich bei der Aktionärsversammlung die Vertreter von mindestens zwei Drittel des Kapitals für eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Deals aussprechen. (sda/ecf/reu)

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