Meyer verdient über eine Million Franken

BAHN ⋅ SBB-Chef Andreas Meyer hat 2014 wieder über eine Million Franken verdient: Er erhielt eine Gesamtsalär von 1,07 Millionen Franken. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV forderte die SBB-Spitze auf, "ein Zeichen der Selbstbeschränkung zu setzen".

Meyers Grundlohn blieb 2014 zwar stabil, doch stieg der leistungs- und erfolgsorientierte Lohnanteil gegenüber 2013 an, da die SBB mehr Ziele erreicht hatte. Meyer erhielt dadurch knapp 130'000 Franken mehr ausbezahlt als im Vorjahr, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

In den bundesnahen Betrieben war Meyer in den vergangenen Jahren regelmässig das Kadermitglied mit dem höchsten Lohn. Die Gesamtausschüttung für alle Mitglieder der Geschäftsleitung stieg von 5,15 Millionen auf 5,99 Millionen Franken an.

Bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV kommt dies schlecht an. "Angesichts des Klagens über die Wirtschaftslage und die Kostenentwicklung wäre es angebracht, dass die oberste Spitze des Unternehmens ein Zeichen der Selbstbeschränkung setzt", teilte sie mit.

Die Gewerkschaft kritisierte zudem, der SBB-Jahresabschluss verdecke heikle Perspektiven und lasse das Personal als reine Rechnungsgrösse erscheinen. "Nach wie vor erreichen den SEV andauernd Klagen über mangelnde Wertschätzung", heisst es in der Medienmitteilung. Häufig werde mit Personalanliegen äusserst kleinlich umgegangen.

Der neue Gesamtarbeitsvertrag erlaube der SBB erneut eine weitere Produktivitätssteigerung - auf bereits sehr hohem Niveau. Mit Blick auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels tue die SBB gut daran, ihr Personal nicht zu überfordern. Mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten für neue Aufgaben geschult werden - dies alles zusätzlich zum laufenden Betrieb.

Erfreut zeigte sich die Gewerkschaft darüber, dass die SBB gewillt sei, Rentenkürzungen zu verhindern. Eine entsprechende Vereinbarung liege den SEV-Instanzen zur Genehmigung vor. (sda)


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