Mikron macht weniger Gewinn

INDUSTRIE ⋅ Mikron beschäftigt zwei Drittel des Personals in der Schweiz. Die Frankenstärke trifft den Maschinenhersteller entsprechend hart. Am Standort Schweiz werde trotzdem festgehalten, sagte Konzernchef Bruno Cathomen am Montag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Wenn bereits im letzten Jahr ein Euro nur noch 1,05 Fr. gekostet hätte, wäre Mikron in die roten Zahlen gerutscht. Anstatt eines Gewinnes hätte das Bieler Mittelstandsunternehmen einen Verlust von 1,3 Mio. Fr. geschrieben. Entsprechend zügig hat das Unternehmen auf die Aufhebung des Mindestkurses reagiert.

"Wir haben in den Schweizer Werken über 50 Massnahmen eingeleitet", sagte Cathomen. Unter anderem wurde die Wochenarbeitszeit in den Werken in Agno und Boudry ab März auf 42,5 bis 45 Stunden erhöht. Zudem wurden mit den Grenzgängern neue Arbeitsverträge ausgehandelt. Ihr Lohn hängt künftig auch von der Profitabilität des Unternehmens und vom Wechselkurs ab.

Eine Verlagerung der Arbeitsplätze ins günstigere Ausland dagegen kommt für das Unternehmen zumindest im grossen Stil nicht in Frage. "Wir halten am Standort Schweiz fest", sagte Cathomen. Er begründete dies vor allem mit dem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. In der Schweiz gebe es zwar auch einen Fachkräftemangel. Im Ausland sei er jedoch eher noch grösser.

Kostensenkungen von 20 Mio. Franken

Geprüft werde allerdings, ob allenfalls die Produktion von einfachen Komponenten nach Deutschland ausgelagert werden könnte. Die Produkteentwicklung jedoch bleibe auf alle Fälle in der Schweiz. Mit den Sparmassnahmen sollen die Kosten um 20 Mio. Fr. gesenkt werden. 2014 betrugen die Ausgaben für Material und Löhne 218 Mio. Franken.

Dank diesen Massnahmen hofft die Unternehmensleitung, im laufenden Jahr den Umsatz und den Betriebsgewinn auf dem Vorjahresniveau halten zu können. Aber auch ohne die Belastung des starken Frankens geht Cathomen wegen der unsicheren Konjunktur in Europa und Asien von einem anspruchsvollen Jahr aus.

Bereits das vergangene war "nicht ganz einfach", wie er sagte. Tatsächlich konnte sich Mikron nur dank eines starken US-Geschäfts in den schwarzen Zahlen halten. Konkret konnte Mikron, wie bereits mitgeteilt, zwar den Umsatz um 3,3 Prozent auf 249,1 Mio. Fr. steigern. Der Gewinn dagegen sank um 8,3 Prozent auf 2,2 Mio. Franken.

Weniger Aufträge aus der Automobilbranche

Der Hauptgrund ist der starke Einbruch im zyklischen Geschäftsbereich der Metallbearbeitungsmaschinen (Machining). 2013 erwirtschaftete diese Division noch einen Betriebsgewinn (EBIT) von 6,2 Mio. Franken. Im vergangenen Jahr dagegen resultierte bei einem leicht tieferen Umsatz von 123,8 Mio. Fr. ein Verlust von 0,6 Mio. Franken.

Cathomen führte diesen Einbruch zu zwei Dritteln auf mangelnde Auslastung der Werke und zu einem Drittel auf Probleme bei der Abwicklung der Aufträge zurück. So habe die Division im vergangenen Jahr vor allem Maschinen der neuen Generation verkauft, die jedoch unter teuren Kinderkrankheiten gelitten habe.

Der Grund für die schlechte Auslastung der Werke sei vor allem, dass der wichtigste Abnehmer, die Automobilbranche, sich mit Bestellungen zurückgehalten habe. Denn der Branche ist laut Cathomen noch nicht klar, welche Technologie zur Reduktion von Treibstoff und Emissionen sich durchsetzen werde. Mikron liefert hier Maschinen, die Teile von Turboladern, Einspritzsystemen und Motorzylindern herstellen.

Starke Nachfrage aus den USA

Einen Aufschwung hat Mikron dagegen mit seiner zweiten Sparte erlebt (Automation). Die Herstellung von Produktionsautomaten vor allem für die Pharma- und Medizinaltechnikindustrie steigerte sowohl Umsatz wie Betriebsgewinn markant.

So erhöhte sich der Umsatz um 8,6 Prozent auf 126,8 Mio. Franken. Nach einem Verlust von 4,6 Mio. Fr. 2013 erreichte das Segment 2014 mit einem Plus von 2,7 Mio. Fr. wieder schwarze Zahlen.

Mikron habe von einer starken Nachfrage in den USA profitiert, sagte Cathomen. Der Umsatzanteil des Nordamerika-Geschäfts nahm denn auch von 13 auf 25 Prozent zu. Das Europageschäft dagegen ist rückläufig, der Anteil sank von 74 auf 63 Prozent. Der Anteil des Asiengeschäfts nahm um 1 Prozent auf 11 Prozent zu. (sda)


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