Sika-Erben beharren auf Einbezug von Saint-Gobain

SIKA-STREIT ⋅ Im Streit um die Macht beim Bauchemie-Konzern Sika zeichnet sich nach wie vor keine Entspannung ab. Während der Verwaltungsrat auf eine Lösung ohne den französischen Konzern Saint-Gobain hinarbeitet, beharrt die Gründerfamilie auf deren Einbezug.

Für Andreas Durisch, den Sprecher der Schenker-Winkler-Holding (SWH), in der die Sika-Erben ihre Anteile gebündelt haben, ist eines sonnenklar: «Jede Lösung, die Saint-Gobain nicht mit einbezieht, ist ein No-Go», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Damit ist bereits klar, dass im Streit um Sika kein Vorschlag auf dem Tisch liegt, der Aussicht auf Erfolg hat.

Dass ein Vorschlag vorliegt, hatte Verwaltungsratspräsident Paul Hälg bereits an der Generalversammlung am letzten Dienstag bekannt gegeben. Die unabhängigen Verwaltungsräte hätten zuhanden der Burkard-Erben einen Alternativ-Vorschlag ausgearbeitet, sagte er damals.

Dieser sehe vor, dass Sika anstelle von Saint-Gobain der Gründerfamilie das Aktienpaket abkaufe. Sika bleibe damit unabhängig. Bisher seien die Burkards jedoch nicht bereit gewesen, den Vorschlag zu diskutieren.

Gemäss Durisch hat dies einen einfachen Grund. Der Verwaltungsrat wollte der Familie den detaillierten Vorschlag nur überreichen, wenn diese eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. Das hätten die Erben jedoch abgelehnt. «Die Familie hat darum gar keine Kenntnis von einem Vorschlag», sagte er.

Um die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten, hatte der Verwaltungsrat die Stimmrechte der Familienerben an der Generalversammlung beschränkt. Die Familie kündigte daraufhin eine Klage gegen die Beschränkung an. Diese ist laut Durisch allerdings noch nicht eingereicht worden.

Dank Sonderprivilegien kontrolliert die SWH mit einem Kapitalanteil von rund 16 Prozent über 52 Prozent der Stimmen an Sika. Diese Kontrollmehrheit will die Familie an Saint-Gobain verkaufen, wogegen sich der Verwaltungsrat und das Management von Sika wehren.

sda


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