"Solar Impulse" nimmt neue Etappe in Angriff

SOLARFLUGZEUG ⋅ Der Sonnenflieger "Solar Impulse 2" ist nach dreiwöchiger Pause wieder unterwegs. Bertrand Piccard startete am Dienstag in Chongqing zur chinesischen Etappe Richtung Shanghai.

Ungünstiges Wetter und zu kurze Landefenster in Nanjing verzögerten den Start der Etappe Chongqing-Nanjing um rund drei Wochen. "Endlich wieder in der Luft", kommentierte denn auch Bertrand Piccard aus dem Cockpit. Der Start war am Dienstag gegen 6 Uhr Ortszeit in der südwestchinesischen Millionenstadt Chongqing. Für die 1200 Kilometer lange Etappe nach Nanjing in der Nähe der Küstenmetropole Shanghai sind 17 Stunden Flugzeit eingeplant.

Der 57-jährige Piccard und sein fünf Jahre älterer Kollege André Borschberg wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. "Dieses Flugzeug ist einfach Wahnsinn. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder am Steuer sitzen darf", sagte Piccard.

Von Nanjing in Ostchina aus soll der Pazifik überquert und Hawaii angeflogen werden. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Borschberg von Migräne geplagt

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine grössere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade so viel wie ein Mittelklassewagen. Ende Juli oder Anfang August soll die 35'000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

Der sonnenbetriebene Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über Oman ging es weiter nach Indien und Myanmar. Geplant sind insgesamt zwölf Etappen.

Piccard und Borschberg wollten sich jeweils bei den Flügen abwechseln. Borschberg wurde zuletzt allerdings durch heftige Migräne ausser Gefecht gesetzt. Er kehrte in die Schweiz zurück, um sich dort behandeln zu lassen. Es sei nötig gewesen, "eine Pause einzulegen, um die Zukunft des Projekts zu sichern", schrieb Borschberg dazu am Montag auf Twitter. (sda/dpa/afp)


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