Stimmungstief wegen starken Frankens

KONJUNKTUR ⋅ Die starke Aufwertung des Frankens seit Mitte Januar hat zu einer rapiden Stimmungsverschlechterung in fast allen Branchen geführt. Nach Einschätzung der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich schlägt sich die geldpolitische Wende in den Auftragsbüchern nieder.

Im Januar waren in das KOF-Konjunkturbarometer noch viele Daten eingeflossen, die vor der Abschaffung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar erhoben worden waren. Im Februar nun zeigt sich mit aller Deutlichkeit der dadurch ausgelöste Stimmungsabschwung in der Schweizer Wirtschaft.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist um 6 Punkte auf noch 90,1 Zähler gefallen, wie die KOF am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit 2011 und das Barometer steht nun auch deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt.

Die KOF gibt aber zu bedenken, dass das Barometer dennoch nicht so tief steht, wie kurz vor der Einführung des Euro-Mindestkurses im Sommer 2011. Im Dezember notierte das Konjunkturbarometer allerdings noch bei 99 Punkten. Und vor einem Jahr gar bei 105,5 Punkten.

Katzenjammer allenthalben

Die jetzige Abwärtsbewegung ist durch eine rapide Stimmungsverschlechterung in fast allen Branchen getrieben. Am markantesten trübte sich der Frühindikator in der Industrie, im Baugewerbe und beim inländischen Konsum ein. In der Industrie verschlechterten sich insbesondere die Aussichten in der Metall-, Elektro.- und Holzindustrie.

Nachgegeben haben laut KOF besonders deutlich die mit der Auftragslage zusammenhängenden Indikatoren. Dies deute darauf hin, dass sich das Stimmungstief mittlerweile auch schon in den Auftragsbüchern der Realwirtschaft zu manifestieren beginne.

Symptomatisch für die allgemeine Verunsicherung bei Konsumenten und in der Wirtschaft ist auch, dass sich die Konjunkturexperten des Bundes Anfang Monat ausser Stande zeigten, das Ausmass einer möglichen Konjunkturabkühlung abzuschätzen und vorerst auf eine Konjunkturprognose verzichteten. Mit Spannung wartet man auf die nun für den 19. März angekündigten Prognosen.

Die in den letzten Wochen von verschiedenen Instituten publizierten Konjunkturprognosen zeigen in der Tat ein sehr uneinheitliches Bild. So reichen die Erwartungen für das BIP-Wachstum im laufenden Jahr von -0,5 bis +0,8 Prozent. (sda)


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