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UBS senkt Hypothekarzinsen nicht

BANKEN ⋅ Nachdem die SNB vergangene Woche erneut den Leitzins gesenkt hat, sind die von den Banken publizierten Richtwerte für Hypothekarzinsen erneut gesunken. Die UBS verzichtet allerdings nach eigenen Angaben auf einen weiteren Zinsschritt für Hypothekarkredite.

Wie aus UBS-internen Kreisen zu erfahren war, werden für Festhypotheken mit längeren Laufzeiten die Zinsen nicht gesenkt. Hintergrund dafür sei der derzeitige Verzicht auf die Einführung von Negativzinsen für Bankeinlagen privater Kunden, hiess es dazu bei der UBS-Medienstelle am Dienstag.

Dies führe dazu, dass die Kosten für die Zinsabsicherung von Krediten sich im nun deutlich negativeren Zinsumfeld substanziell erhöht hätten. Die UBS wird daher nach eigenen Angaben weiterhin Hypothekarzinsen auf dem Niveau vor dem jüngsten Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) anbieten.

Eine feste Zinshöhe für Hypotheken kommuniziert die UBS aber ohnehin schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Den Preis für eine Immobilienfinanzierung nennt die UBS jeweils erst in der konkreten Offerte nach einem Beratungsgespräch.

Dass die UBS nur ihre Hypothekarzinsen nicht nach unten anpasst, schwächt ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt. Den die von vielen anderen Banken publizierten Richtwerte für Hypothekarzinsen haben seit dem jüngsten SNB-Entscheid erneut deutlich nach unten tendiert.

Anpassung um bis zu 0,3 Prozentpunkte

Den erneuten Zinsschritt bei den Hypotheken bestätigt auch Marc Parmentier, Banken-Experte beim Vergleichsportal Comparis, das täglich die Richtzinssätze der Banken für Hypotheken erfasst. Parmentier stellt einen unterschiedlichen Umgang der Finanzinstitute mit dem jüngsten Zinsschritt der SNB fest.

So seien die Richtzinssätze für Festhypotheken mit einer Laufdauer von 10 Jahren bei den meisten Banken in den letzten Tagen nochmals um 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte gesenkt worden.

Gemäss Aufstellungen von Internetportalen bewegt sich der Zins für solche Hypothekarkredite bei vielen Anbietern um 1,2 Prozent herum, einzelne geben als Richtwert weiterhin einen höheren Satz an, andere aber auch einen deutlich tieferen. Für Hypotheken mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren hängt die Richtschnur bei 0,95 bis 1,0 Prozent.

Zehnjahreshypotheken für unter 1,0 Prozent

In Bezug auf tatsächlich gewährte Hypokredite spricht Parmentier sogar von einem Novum: Mit äusserst guter Bonität und gutem Verhandlungsgeschick würden erstmalig sogar 10-Jahres-Festhypotheken mit einem Zins unter 1,00 Prozent gewährt.

Von solchen Konditionen könne die Mehrheit der Hypothekarschuldner aber nicht profitieren, sagte Parmentier. Gemäss seinen Beobachtungen halten die Banken sich normalerweise durchaus an ihre eigenen Vergaberichtlinien. "Einen Pricing-Spielraum gibt es nur bei sehr guten Bonitäten". (sda)

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