US-Fed: Wohl noch keine Zinswende im Juni

GELDPOLITIK ⋅ Der Leitzins in den USA wird voraussichtlich noch nicht im Juni steigen. Dies signalisierte die US-Notenbank in den Protokollen ihrer jüngsten Sitzung, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Demnach halten es viele Teilnehmer für unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft nach dem Schwächeanfall zu Jahresbeginn eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik so bald verkraften würde.

Zwar sieht die Fed die Konjunkturabkühlung von Anfang des Jahres als vorübergehend an. Doch die Wirtschaftsaussichten seien mit erhöhter Unsicherheit behaftet, warnten die Währungshüter. Dabei äusserten sie auch verstärkte Sorge über Risiken in Übersee und nannten ausdrücklich die schwächelnde Wirtschaft Chinas sowie die Schuldenkrise um Griechenland.

Nach einer Reihe enttäuschender Konjunkturdaten rechnen viele Volkswirte eher damit, dass Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende erst im September oder Ende 2015 einleiten wird. Wie aus den Protokollen hervorgeht, diskutierten die Notenbanker ausgiebig über die Wirtschaft. Kontrovers war dabei, ob die Konsumzurückhaltung nur temporär ist oder Ausdruck eines längeren Abwärtstrends sein könnte.

Letztlich geht die Fed allerdings davon aus, dass es konjunkturell aufwärts geht und sich auch die Lage am Jobmarkt bessern wird. Zugleich treibt einige Notenbanker die Sorge um, dass eine Abkehr vom Nullzins zu Turbulenzen an den Bondmärkten führen könnte.

Die Fed hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008 mit null bis 0,25 Prozent extrem niedrig und schiebt damit die Wirtschaft an. (sda/reu)


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