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Wechselkurseinbussen belasten Julius Bär

BANKEN ⋅ Bei der Bank Julius Bär haben die verwalteten Vermögen in den ersten vier Monaten 2015 leicht um 1 Prozent auf 289 Milliarden Franken abgenommen. Allein der negative Währungseffekt zehrte 19 Milliarden Franken auf.

Auch der Abfluss durch Selbstdeklarationen von Steuersündern in Frankreich und Italien hielt an. Demgegenüber profitierte Julius Bär insgesamt von Neugeldzuflüssen, der Marktentwicklung und von Vermögen von 4,3 Milliarden Franken, welche durch die Übernahme der Private-Banking-Aktivitäten der Bank Leumi hinzu kamen.

Verhaltene Neugeldzuflüsse

Die Neugeldzuflüsse lagen allerdings am unteren Ende des mittelfristigen Ziels von 4 bis 6 Prozent der verwalteten Vermögen, wie aus dem Communiqué vom Dienstag hervor geht.

Die Akquirierung neuer Kundengelder scheine weiterhin ein zähes Unterfangen zu sein, kommentierte der Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Auch für den Barclays-Analysten sind die Netto-Geldzuflüsse schwach ausgefallen.

Wenig überrascht zeigte sich hingegen die UBS: Wegen der laufenden Regularisierung von Kundengeldern in Frankreich und Italien sei mit schwächeren Zuflüssen zu rechnen gewesen, schrieb der zuständige Analyst.

An SNB-Entscheid auch verdient

Die robuste Kundenaktivität hat sich hingegen positiv auf die Bruttomarge ausgewirkt, die im Schnitt der vier Monate auf leicht über 1,00 Prozent gestiegen ist. Zugenommen hätten insbesondere die Aktivitäten bei strukturierten Produkten, Aktien und Anleihen, bei Fremdwährungen und durch die Neupositionierung asiatischer Anleger, schreibt Julius Bär.

Für den Analysten der Credit Suisse liegt die Bruttomarge klar über seinen eigenen und wohl auch über den Markterwartungen. Auch der Vontobel-Experte äusserte sich positiv. Julius Bär habe insgesamt einen grossartigen Start ins neue Jahr gehabt. Die Vermögensverwalterin habe sehr stark von den höheren Volatilitäten und gestiegenen Volumen profitiert.

Besonders ausgeprägt waren Volatilität und Volumen in der Periode unmittelbar nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses am 15. Januar, schreibt Julius Bär. Von Februar bis April habe sich sich die Bruttomarge dann wieder leicht unter 1,00 Prozent bewegt.

Steuerstreit schwelt weiter

Weiterhin ungelöst ist die Auseinandersetzung von Julius Bär mit den US-Behörden um unversteuerte Vermögen amerikanischer Kunden. Zuletzt hatte sich die Bär-Führung zuversichtlich gezeigt, zu den nächsten Schweizer Banken zu gehören, die dieses Kapitel abschliessen könnten.

Am Dienstag gab es dazu aber keine Neuigkeiten. Solange dieses Damoklesschwert über der Bank schwebe, sei kein nachhaltiger Höhenflug der Aktie zu erwarten, hiess es bei der ZKB.

Am Berichtstag profitierten die Titel aber von der allgemein guten Börsenstimmung. Die Julius Bär-Aktie legte praktisch im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt um 1,1 Prozent zu. (sda)

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