Neue Luzerner Zeitung , 6. Februar 2008, 15:29
Tanne opfert sich für Hexen und Männer
TANNESCHLEIPFETE LUTHERN Die Luthertaler finanzieren sich ihren Fasnachtsumzug auf eine spezielle Art: Sie versteigern eine Tanne. Dieses Jahr zum Rekordpreis.
«3000 esch bote», rief Gantrufer Hanspeter Birrer gestern an der Tanneschleipfete in Luthern. «3100, 3200 jawohl. 3300. 3400 grad hende. 3500, e super schöni Tanne. Danke.» Und so weiter ging es. Versteigert wurde die 25 Meter lange Rottanne schliesslich für 5000 Franken – ein stolzer Preis. «So viel haben wir noch nie erhalten», sagte Hanspeter Birrer denn auch, nachdem der Käufer das Geld gleich bar bezahlt hatte. «Im letzten Jahr ging sie für 4100 Franken raus. Wert ist sie rund 1000 Franken.»
Schweinchen mit Heimweh
Bevor die Tanne unter den Hammer kam, hatte Hanspeter Birrer bereits eine kleine Sau versteigert. «Sie hat wohl Heimweh nach Buttisholz», rief er, als diese lautstark zu quietschen begann. «Denn dort haben wir sie gekauft.» Für 1300 Franken ging die Sau an einen Bieter aus dem bernischen Gondiswil.
Mit dem ersteigerten Geld kommen die organisierenden Schleipfgrende Luthern für den Aufwand des Umzugs auf, welcher der Versteigerung vorangeht. Beim Umzug bewiesen sich die Luthertaler gestern als naturnahe Selbstversorger. Nicht Konfettis flogen durch die Luft – sondern Holzspäne und Heu.
Monika Wüest
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