Auch das Publikum spielt eine Rolle

MURI ⋅ Jungwacht und Blauring bieten wieder ein turbulentes Theatervergnügen für Zuschauer, die nicht nur still auf ihren Plätzen sitzen wollen. Die Unterhaltungsabende stehen unter dem Motto «Auszeit».
10. Oktober 2017, 04:39

Es herrscht emsige Aktivität rund um die Kirche St. Goar in Muri. Die Blauring- und Jungwachtleiter haben erstklassiges Wetter bestellt und basteln im Freien die Kulissen und Requisiten für ihr Theaterstück, das am 13. und 14. Oktober aufgeführt wird. Es trägt den Titel «Auszeit-Festival». «Der Grundgedanke war, für Entspannung und Spass zu sorgen, sich gehen zu lassen weit weg vom Alltagsstress», erklärt Oliver Däpp, Mitglied des Organisationskomitees. Es sollte ein Theaterstück werden, aber nicht im herkömmlichen Sinn, und es sollte die gesamte Blauring- und Jungwachtschar daran teilnehmen können. «Wir hatten die Idee, das Stück interaktiv zu gestalten.» Das heisst, auch dem Publikum kommt hin und wieder eine Rolle zu. «Nichts Peinliches», versichert der Jungwachtleiter lachend. Die Zuschauer würden bestimmt nicht einzeln auf die Bühne zitiert werden. «Wir binden das Publikum als Ganzes ins Stück ein.»

Eine Show in der Show

Mehr will er noch nicht verraten. Aber es verspricht, ein einmaliges Erlebnis zu werden mit viel Humor, Musik, Tanz und einer turbulenten Geschichte. Es geht quasi um eine Show in der Show. Der Zuschauer erlebt mit, wie das «Auszeit-Festival» mit zahlreichen Berühmtheiten organisiert und schliesslich durchgeführt wird. «Während am Anfang noch ein hektisches Tohuwabohu herrscht, werden die Vorbereitungen immer strukturierter, bis das Festival schliesslich beginnt», verrät Däpp. Dann lassen sich Künstler und Publikum treiben und geben sich ganz ihrer Kreativität hin. Dabei versuchen die 50 bis 60 mitwirkenden Kinder und ihre rund 45 Leiter, Menschen jeden Alters anzusprechen. «Dies ist vor allem ein Anlass fürs Dorf, um die Arbeit unserer Vereine zu präsentieren. Abgesehen davon macht es Spass und gibt einen guten Zusammenhalt.» Der alle vier Jahre stattfindende Unterhaltungsabend der beiden Jugendvereine ist mittlerweile zur festen Tradition geworden. Die dreimalige Aufführung ist jedoch relativ neu. «Früher fand lediglich ein Abend statt. 2013 haben wir das erste Mal auf drei Aufführungen erweitert», erzählt der engagierte Leiter. Die Aufführungen seien sehr gut besucht gewesen, und man habe durchwegs positive Feedbacks erhalten. Deshalb entschieden die Leiter, in gleicher Weise fortzufahren. Ihre Gäste bewirten die beiden Vereine im Festsaal und auf dem Klosterhof. Ausserdem sorgt nach der Vorstellung draussen eine Bar mit Liveband für Unterhaltung. Die Preise sind moderat, der finanzielle Aspekt ist für die Jugendlichen zweitrangig. «Dank unseren lokalen Sponsoren geht die Rechnung meist gerade eben so auf», sagt Däpp. «Für uns sind die Theaterabende jedoch gute Werbung.»

Keine Nachwuchsprobleme

Auf diese Weise bleiben Nachwuchsprobleme aus. Jedes Kind ab der zweiten Primarklasse ist in den Reihen von Blauring und Jungwacht willkommen. Grundsätzlich arbeiten die beiden Vereine getrennt, schliessen sich jedoch für grössere Anlässe zusammen. Auch das traditionelle Sommerlager verbringen sie stets gemeinsam. «Das hat sich so etabliert. Der Aufwand ist wesentlich geringer, und zusammen macht’s mehr Spass», betont Däpp. Unter dem Jahr finden Gruppenstunden zirka alle zwei Wochen samstagnachmittags, manchmal auch -abends statt. «Die Programmgestaltung ist dem jeweiligen Gruppenleiter überlassen.» Dabei stützt er sich auf eigene Kindheitserfahrungen, auf den Austausch mit anderen Leitern, aber auch auf Jugend+Sport-Kurse, die jeder ­Leiter absolviert. «Wir sind spielerisch kreativ tätig, bauen Pfeilbogen, basteln, backen Kuchen oder organisieren Schnitzeljagden und Schatzsuchen.»

Inzwischen hat Präses Joy Räber für die unermüdlichen Bastler einen Berg herrlich duftender Pizzakartons herbeigeschleppt und wird jubelnd empfangen. «Sie ist unser Vereinsmami, das immer für uns sorgt», sagt Oliver Däpp dankbar und setzt sich vergnügt zu seinen Freunden.

 

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis: Unterhaltungsabend Jungwacht und Blauring im Festsaal: Freitag, 13. Oktober, 20.15 Uhr; Samstag, 14. Oktober, 13.30 und 20.15 Uhr. www.u-abend.jungwachtmuri.ch


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