Barockes Twittern und Jazz auf Vinyl

MURI ⋅ Murikultur geht mit einem attraktiven Programm in die Saison. Ein Habsburg-Festival, exklusive Jazz-Aufnahmen und barockes Gezwitscher erwarten die Besucher.
07. April 2018, 10:47

Die Habsburger waren nicht nur Könige oder Kaiser und haben europäische Geschichte geschrieben, sie waren auch Förderer der Kunst, insbesondere der Musik. Grund genug für «Musik in der Klosterkirche Muri», dieses Jahr einen Habsburg Schwerpunkt zu setzen. Immerhin geht die Geschichte des Dorfes auf die Habsburger zurück.

Das Programm hält unter anderem im August und September zwei gepflegte Habsburg-Dinner mit musikalischem Spaziergang durch die Klosterkirche bereit, einmal mittags, einmal abends. Konzerthäppchen gibt es zudem im Oktogon, in der Marienkapelle, in der Krypta, in der Benediktskapelle und im Chorgestühl. Diese machen Appetit auf eine währschafte Mahlzeit, wie sie die Klostergründer liebten, zubereitet und serviert vom Team des Hotels Ochsen.

Auch den ganz jungen Musikliebhabern wird die Habsburgerzeit nähergebracht. Ein Kinderkonzert lädt zum Mitsingen und Mittanzen ein. Das Habsburg-Klangfest am 11. August hält nebst vier Führungen durchs Kloster Muri von 12 Uhr mittags bis 23 Uhr abends zehn Konzerte mit Kammer-, Tasten-, Vokal- und Chormusik aus der Habsburgerzeit bereit. Dass schon im Barock gewissermassen getwittert wurde, zeigt das Konzert «Baroque Twitter» des Kammerorchesters Basel, das im Rahmen von «Musik im Festsaal» am 12. Mai stattfindet.

Weltstars der alten Musik

Mit der Sopranistin Nuria Rial und dem Flötisten Maurice Steger treten zwei Weltstars der alten Musik auf und präsentieren kurze Stücke aus barocken Zeiten rund ums Zwitschern. Übrigens, auch damals war man bereits vernetzter, als wir heute oft meinen. Einblicke in die alte und die moderne Welt gibt es am 13. Mai am Internationalen Museumstag im Museum Kloster Muri.

Der Leiter von «Musig im Pflegidach», Stephan Diethelm, hat sich für alle Jazz-Liebhaber etwas ganz Besonderes ausgedacht. Weg vom digitalen Tonträger geht er zurück zum anheimelnd knisternden Vinyl. Sechs Aufnahmen von Livekonzerten verarbeitet er zu einer exklusiven Schallplattensammlung. Die dritte Aufnahmesession findet am 4., 5. und 6. Mai jeweils ab 20.30 Uhr statt.

Schlagzeuger Eric Harland zählt zu den gefragtesten Perkussionisten seiner Generation. Mit seinen 40 Jahren hat er bereits fast 200 Aufnahmen gemacht. Doch was es noch nicht gibt, ist eine Soloaufnahme. So wird das Konzert am 4. Mai zur absoluten Rarität im Jazz-Bereich.

Auch bei Musig im Pflegidach wird man kulinarisch verwöhnt. Die Reihe «Newvelle», welche dieselben drei Konzerte umfasst, bietet nebst dem musikalischen Höhepunkt auch einen Apéro mit Konzerteinführung sowie Blick in den Backstage-Bereich. Darüber hinaus wird ein gediegenes Dreigängemenü im Restaurant Be- nedikt serviert. Als Abrundung nach dem Konzert trifft man sich zum Gespräch mit den Musikern und der Crew in der Pflegidach-Lounge.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

 

Hinweis

www.murikultur.ch


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