Gemeinderäte in Dietwil, Bettwil, Mühlau und Bünzen noch nicht komplett

FREIAMT ⋅ Am 26. November findet der zweite Wahlgang für die Amtsperiode 2018–2021 statt. In Dietwil kämpfen zwei Kandidaten um den letzten Sitz. In Bettwil gibt es zwei Anwärter für den Posten des Ammanns. Zwei Gemeinden suchen weiterhin Kandidaten.
15. November 2017, 07:49

In den meisten Freiämter Gemeinden zeichneten die Wahl­resultate vom 24. September ein klares Bild. Da vielerorts gerade mal so viele Kandidaten aufgestellt worden waren, wie es freie Sitze gab, fiel die Wahl für die nächste Amtsperiode 2018–2021 relativ unspektakulär aus. Nicht so in den Gemeinden Dietwil und Bettwil. Dort führt man am 26. November einen zweiten Wahlgang durch.

In Dietwil ringen zwei parteilose Kandidaten um den letzten Platz im Gemeinderat. Theo Kern und Gino Pecoraro erreichten beide beim ersten Wahlgang nicht das absolute Mehr. Kern ist neuer Anwärter, Pecoraro ist bereits seit fünf Jahren Ratsmitglied. Er hatte zuerst aus beruf­lichen Gründen seinen Rücktritt bekanntgegeben, sich jedoch kurzfristig wiederum zur Wahl gestellt. «Ich habe die Zeit seit dem Rücktrittsgesuch genutzt, um mich neu zu organisieren», begründet der 54-jährige Unternehmer diesen Schritt. Künftig werde er sich für Beständigkeit im Dorf einsetzen. «Mein Wunsch ist es, dass wir die Finanzen weiterhin im Griff behalten und dennoch gute Investitionen für die Zukunft tätigen können.» Wer ihn kenne, wisse, dass man auf ihn zählen könne. «Ich bin ehrlich und geradlinig. Ich bewahre auch in hektischen Zeiten Ruhe und kann mich durchsetzen, wenn es nötig ist. Gleichzeitig bin ich aber auch kompromissbereit, wenn ein Vorschlag mich überzeugt.»

Kampf um den letzten Ratssitz

Pecoraros Herausforderer, der 45-jährige Forstingenieur Theo Kern, reichte seine Kandidatur erst kurz vor dem ersten Wahlgang ein, als Reaktion auf einen weiteren Rücktritt. Obwohl er beim ersten Wahlgang das absolute Mehr nicht erreichte, ist Kern zufrieden mit dem Ergebnis. «Ich hatte mich so kurzfristig entschlossen zu kandidieren, dass die Zeit nicht mehr reichte, dies in den offiziellen Wahlunterlagen zu kommunizieren.» Dennoch habe er das absolute Mehr nur knapp verfehlt, was ihn sehr gefreut habe. Für die Gemeinde Dietwil, in der er mit seiner Familie seit über fünfzehn Jahren wohnt, wünscht sich Kern eine nachhaltige Entwicklung und den haushälterischen Umgang mit Steuergeldern. Seine Chancen schätzt er als intakt ein. «Durch meine beruflichen Tätigkeiten bringe ich den notwendigen Rucksack mit. Ich war mehrere Jahre auf einer Gemeindeverwaltung als Leiter des Umweltamtes tätig. Seit über zehn Jahren ­bin ich Geschäftsführer des Aar­gauischen Waldwirtschaftsverbandes.»

Umkämpfter Posten des Ammanns

In Bettwil bewerben sich zwei Newcomer um den Posten des Ammanns. Die parteilose Astrid Mock ist erst seit Mai dieses Jahres Mitglied des Gemeinderats und hat sich im ersten Wahlgang nicht für den Posten des Ammanns beworben. «Nun haben wir eine neue Ausgangslage. Die Bettwiler Bürger sollen nochmals zwischen zwei Kandidaten ­wählen können», betont sie. Die 55-jährige Astrid Mock lebt mit ihrer Familie seit acht Jahren ­ in der Gemeinde, vermietet in ihrem Wohnhaus Bed-and-Breakfast-Zimmer und unterrichtet an der Höheren Fachschule für Gesundheit und Soziales in Aarau. Als Gemeinderätin und Ammann möchte sie laufende und neue Projekte im Sinne der Bevölkerung umsetzen sowie ­ die gegenseitige Wertschätzung fördern.

Ihr Herausforderer ist der neu gewählte Gemeinderat Peter Keusch, Mitglied der SVP. «Dank der breiten Unterstützung, die ich beim ersten Wahlgang von der Bevölkerung erfahren habe, bin ich sehr zuversichtlich», sagt der 53-jährige Unternehmer. «Für dieses Amt braucht man vor allem gesunden Menschenverstand, eine gewisse Lebenserfahrung und Zeit. All das habe ich.» Politisch ticke er wie ein Grossteil der Bettwiler, ist Keusch überzeugt. «Ich bin durchaus sozial eingestellt, finde aber, dass man nicht übertreiben muss.» Er sei ein gemässigter Vertreter der SVP. «Dazu stehe ich und bin dadurch für die Wähler gut einschätzbar. Sie haben das letzte Wort, und das ist für alle gut so.»

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch


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