Frisch geschnitten und frei Haus geliefert

REGION ⋅ Einen besonderen Auswahl- und Lieferservice bietet das Forstrevier Wald kommunal + allen Bewohnern von Auw und Umgebung. Am morgigen Auswahltag gibt’s zudem Kaffee, Musik und Ponyreiten.
07. Dezember 2017, 07:50

Frische und Nachhaltigkeit haben sich die Mitarbeiter des Forstreviers Wald kommunal + bezüglich ihrer Weihnachtsbaumkulturen auf die Fahne geschrieben. «Unsere Christbäume wachsen in Auw und Rüstenschwil», erklärt Förster und Revierleiter Stefan Staubli. «Wir verwenden keinerlei Chemie und schneiden die Bäume erst kurz vor der Lieferung ab.» So hat man die Gewähr, dass auch eine Rottanne nicht vor Ankunft der Heiligen Drei Könige ihre Nadeln verliert. Eine besondere Dienstleistung ist der im Preis inbegriffene Lieferdienst für Kunden aus Auw und neu auch aus dem Gebiet Freudenberg und Tschampani in Sins. Dies wird von der Kundschaft sehr geschätzt. «Es ist eine Win-win-Situation. Die Kunden bekommen ihre Bäume frisch geliefert, und wir müssen nur jene Tannen schneiden, die wir auch wirklich brauchen», so Staubli. Früher habe man einen Verkaufstag im Dorf abgehalten und die nicht verkauften Bäume, immerhin zwischen 10 und 30 Prozent, entsorgen müssen. Mit der Zeit habe man beschlossen, dies aufzugeben. Stattdessen kann man sich nun an zwei Tagen (siehe Hinweis) seinen Lieblingsbaum aussuchen, ihn mit Band und Adresse markieren und ihn entweder gleich mitnehmen oder später liefern lassen.

«Der Feiertag vom 8. Dezember ist schon seit bald 15 Jahren immer unser erster Auswahltag. Mit der Zeit hat sich daraus ein schöner, vorweihnächtlicher Anlass entwickelt», erzählt Staubli. Es wird ein grosses Lagerfeuer entfacht, die Bläserformation der Familie Villiger spielt zweimal auf, man bekommt kostenlos Kaffee und etwas Süsses. Die Sternsinger-Kinder verkaufen an einem Stand Kleinigkeiten für einen guten Zweck, die Produkte des Forstreviers werden angeboten ebenso wie die mit der Motorsäge geschnitzten Windlichter, die Stefan Staubli in seiner Freizeit herstellt. «Dieses Jahr haben wir erstmals auch ein Ponyreiten für die Kinder organisiert», informiert Staubli. Ein Teil der Einnahmen aus dem Baumverkauf kommt in die Kasse der Sternsinger für ihr jeweiliges Hilfsprojekt.

Nordmanntannen sind der Renner

Über 90 Prozent der Kunden wählen eine Nordmanntanne aus, einige wenige eine Rot- oder eine Blautanne. Im Forst Auw werden alle drei Sorten angeboten. «Wir verkaufen am 8. Dezember jeweils zirka 140 Weihnachtsbäume, am zweiten Verkaufstag noch etwa 40 Stück.» Das Forstrevier beliefert aber auch Händler in der Region, sodass insgesamt 800 bis 900 Tannen jährlich geschnitten werden. Meist sind es Bäume, die fünf bis sieben Jahre in der Kultur stehen und eine durchschnittliche Höhe von zwei Metern erreichen. «Nur selten benötigen wir kleine Einmeter-Tannen. Ganz grosse werden für Kirchen oder Dorfplätze bereits zu Beginn der Adventszeit bestellt», erklärt der Förster.

Viele Kunden kommen seit Jahren immer wieder nach Auw. «Der Klassiker ist, dass Vater und Kinder den Baum aussuchen und sich bei uns vergnügen, während die Mutter die Geschenke einkauft.» Ein perfektes vorweihnächtliches Arrangement.

Lebendige Unkrautvernichter

Die chemiefreie Aufzucht der Tannen ist nur dank der Haltung von Shropshire-Schafen aus England möglich. «Sie fressen das Unkraut zwischen den Reihen der Kulturen, aber nicht die jungen Tannen selbst», stellt Staubli klar. Bis Oktober grasen die Tiere bei jedem Wetter in den Kulturen und nehmen damit den Förstern die mühsame Mäharbeit ab. «Nur einmal im Jahr mähen wir noch, denn gewisse Kräuter wie Brennnesseln lassen die Schafe stehen.» Vielerorts werden chemische Unkrautvernichter eingesetzt. «Das kommt für uns nicht in Frage. Es ist schlecht für den Boden und die Bäume. Wir bemühen uns bei all unserer Arbeit um nachhaltige Lösungen», betont Staubli. Deshalb werden auch die alten Bäume in der Gemeinde Auw wieder durch die Förster eingesammelt und zu Holzschnitzeln für Heizungen verarbeitet. So werden die Christbäume auch nach ihrem schillernden Auftritt in den Stuben noch einmal sinnvoll genutzt.

 

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis

Auswahl: Freitag, 8. Dezember, 13.30 bis 16 Uhr und Samstag, 16. Dezember, 9 bis 11.30 Uhr, Forstwerkhof Auw. Auslieferung Mittwoch, 20. Dezember.


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