Freiamt soll bei Bikern bekannter werden

TOURISMUS ⋅ Der Verein Erlebnis Freiamt und andere Freizeitorganisationen versuchen, die Region einem grösseren Publikum vertraut zu machen. Biker dürfen sich besonders freuen.
03. August 2017, 07:20

Hat das Freiamt einen Geltungsdrang? Liest man folgenden Satz, liegt dieser Schluss nah: «Wie in vielen anderen Bereichen wird das Freiamt auch im Freizeitbereich kaum wahrgenommen.» Er stammt aus einer E-Mail von Fredy Zobrist vom Verein Erlebnis Freiamt über eine kürzlich abgehaltene Versammlung von Freizeitorganisationen. Deren Ziel: das Freiamt auf die nationale Tourismuslandkarte zu bringen. Vertreter von Erlebnis Freiamt, Muri Info, Bremgarten Tourismus, Kultursekretariat Wohlen sowie der Gemeinden Sins und Villmergen einigten sich darauf.

Warum ist das wichtig? Zobrist sagt: «Wir stellen einfach fest, dass man das Freiamt gerade im Aargau nicht kennt. Es gibt in der grösseren Wahrnehmung den Speckgürtel mit Aarau, Brugg und Baden sowie das nach Basel orientierte Fricktal – mehr nicht.» Erlebnis Freiamt habe vergeblich versucht, dass an den Autobahnausfahrten in Lenzburg und Mägenwil auf die eigene Gegend hingewiesen wird. «Es hiess, wir seien zu weit weg von den Autobahnen», sagt Zobrist.

So haben sich Vertreter der Region entschieden, selbst etwas gegen diese Bedeutungslosigkeit zu unternehmen. Konkret heisst das: Man will das Freiamt mithilfe eines Stands an der kommenden Lenzburger Gewerbeausstellung der Öffentlichkeit ins ­Bewusstsein rücken. Darüber ­hinaus soll der Veranstaltungskalender auf der Homepage www.freiamt.ch stärker genutzt werden, und die Veranstaltungen sollen auch in den Übersichten von Schweiz Tourismus und Aargau Tourismus erscheinen. Und schliesslich plant Erlebnis Freiamt fünf Mountainbike-Routen. Die Umsetzung ist nicht leicht: Da die Organisatoren das «absolut legal» machen wollen, müssen sie zahlreiche Verhandlungen führen, zum Beispiel mit dem Kreisforstamt, den Gemeinden und den Grundeigentümern. Die ersten beiden Routen, eine Kultur-Tour in der Gegend Boswil/Muri sowie eine historische Tour von Muri auf den Lindenberg, seien auf gutem Weg, versichert Zobrist.

Gesetzt den Fall, die Bemühungen fruchten: Opfern die Initianten den Geheimtippstatus des Freiamts leichtfertig auf dem Altar des Massentourismus? Zobrist lächelt ob dieser nicht ganz ernst gemeinten Frage. «Es besteht ein grosser Unterschied zwischen Geheimtipp und Überranntwerden», sagt er, «aber wir erhofften uns natürlich einen gewissen Mehrwert bei Mittagessen und Übernachtungen in der Region.» Vielleicht halten dereinst ja auch Cars mit asiatischen Touristen auf dem Horben.

 

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch


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