Tempo 30 in den Quartieren

MURI ⋅ Der Gemeinderat präsentiert einen Vorschlag für die Umsetzung der Temporeduktion. Er hat dabei eine Gesamtschau vorgenommen.
07. Oktober 2017, 04:39

Im Klosterdorf wird das Tempo gedrosselt. Der Gemeinderat von Muri hat nach einem Workshop mit der Bevölkerung und nach einer ausführlichen Diskussion jene Strassenzüge innerhalb des Baugebiets definiert, auf denen auch künftig Tempo 50 gelten soll. Auf allen anderen Strassen soll ab nächstem Jahr die Maximalgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gelten. Für die Umsetzung der Massnahmen ist im Budget 2018 ein Kredit von 162 000 Franken eingestellt; am 9. November entscheidet die Gemeindeversammlung darüber.

An einer Medienkonferenz haben Milly Stöckli, Vorsteherin Umwelt, Tiefbau und Verkehr, und Bildungsvorsteherin Yvonne Leuppi über die Pläne informiert. Vorgesehen ist, das Regime auf dem Strassenzug Bachstrasse/Aettenbergstrasse/Gammerstallstrasse, auf der Spitalstrasse und der Grindelstrasse bei Tempo 50 zu belassen. Ausgenommen von Tempo 30 sind auch Privatstrassen, das gesamte Kantonsstrassennetz sowie das Industriegebiet. «Bei den Sammelstrassen, die ins Dorf oder aus dem Dorf hinausführen, macht Tempo 30 keinen Sinn», erläuterte Milly Stöckli (SVP). Strassen, die ausschliesslich zur Erschliessung eines Quartiers dienen, seien hingegen geeignet. Weil auf diesen Strecken bereits heute mehrheitlich mit tiefer Geschwindigkeit gefahren werde, benötige es für die Einführung keine zusätzlichen baulichen Massnahmen. Es ist vorgesehen, die Zonen wie in den bereits umgesetzten Quartieren (etwa auf der Kirchbühlstrasse oder der Marktstrasse) mit Stelen zu signalisieren und mit der Aufschrift «Zone 30» auf dem Boden zu markieren.

Die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen

Yvonne Leuppi (CVP) strich die Vorteile einer Temporeduktion für die jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner hervor. «Die Schulwegsicherheit ist ein grosses Anliegen der Bevölkerung», sagte sie. Die Geschwindigkeit zu drosseln, sei eine der effektivsten Massnahmen, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.

Die beiden Gemeinderätinnen legten auch dar, weshalb man sich für eine Gesamtschau entschieden hat und nicht für das Vorgehen, einzelne Tempo-30-Zonen zu realisieren. Aus dem Gebiet Rösslimatt und aus ­der Anwohnerschaft der Steinenbergstrasse liegen nämlich Anträge mit Unterschriftensammlungen für Tempo-30-Zonen vor. «Es stellte sich die Frage, ob nicht gleich das ganze Dorf mit einbezogen und überprüft werden soll», so Milly Stöckli. Nebst dem geringeren administrativen Aufwand hätte dies auch eine finanzielle Einsparung zur Folge.

Bereits einmal hat die Muria­ner Exekutive versucht, flächendeckend Tempo 30 einzuführen. Der Vorschlag wurde aber an ­ der Gemeindeversammlung vom Juni 2006 zerpflückt. «Wir sind uns bewusst, dass es nach wie vor ein emotionales Thema ist. Es gibt Leute, die sich überall Tempo 30 wünschen, andere sind ganz dagegen», meinte Stöckli. Am Workshop von Ende August mit rund 50 Teilnehmern sei mehrheitlich ­flächendeckend Tempo 30 gewünscht worden. Auch aus Sicht der Kommission EUM (Energie, Umwelt und Mobilität) spreche nichts gegen die Einführung des neuen Regimes in den übrigen Wohnquartieren. Aufgrund des Entscheids aus dem Jahr 2006 empfiehlt die Kommission jedoch, die genannten Sammelstrassen nicht miteinzubeziehen.

«Wir haben die Meinungen abgeholt und sind nun auf dem richtigen Weg», zeigte sich Stöckli überzeugt. Wird das Budget 2018 mit dem entsprechenden Kredit genehmigt, erfolgt die Realisierung im kommenden Sommer. Nach zwei Jahren will der Gemeinderat gemeinsam mit der Regionalpolizei eine Auswertung vornehmen.

 

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch


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