Urchiges Volkstheater mit Gesangseinlage

SINS ⋅ Der Jodlerklub Heimelig begeistert mit einem gelungenen Unterhaltungsabend. Präsident Thomas Huwiler hat sich etwas Spezielles einfallen lassen.
17. April 2018, 07:59

Im Jahr 1945 führte der Jodlerklub Heimelig Sins im Anschluss an seine Gesangsvorträge erstmals ein Theater auf. Es war der Beginn einer erfolgreichen Theaterära, die bis heute zum festen Bestandteil eines gelungenen Unterhaltungsabends gehört. Dieses Jahr liess sich Thomas Huwiler, Präsident des Jodlerklubs und Regisseur des Theaters, etwas Spezielles einfallen. Er integrierte das unter der Leitung des Dirigenten René Arnold eingeübte abwechslungsreiche Liederprogramm in das aus vier Akten bestehende Volksstück «D’ Würztannchüejer» von Christian Däpp. Hervorzuheben ist, dass der Jodlerchor die Herzen des Publikums, dem das Lied «Rosmarie» von Georg Schlunegger besonders gefällt, im Nu zu erobern vermag.

Der erste Akt wird mit den Liedern «E Hand voll Heimatärde» von Hannes Fuhrer und «Schwyzerbode» von Ernst Sommer eingeleitet. Vor dem von der verwitweten Kläry Bantiger (Pia Rickenbach) und ihren Töchtern Ruth (Claudia Anderegg) und Sandra (Ramona Arnold) geführten Restaurant Tannhorn geht es schnell einmal hoch zu und her. Der ledige Bergbauer Klaus (Raphael Köpfli) vom Schwarzegghof, der auch der Götti von Ruth Bantiger ist, hat wegen des Rinderwahnsinns alle im Stall stehenden 16 Rinder verloren. Er versucht nun, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken.

Lockeres Volksstück mit tieferem Sinn

Der Grossmattbauer Markus Bissig (Urs Etter) will sich den Schwarzegghof unter den Nagel reissen. Er bietet dem Bergbauern für dessen Hof offiziell 450 000 Franken und 100 000 Franken unter der Hand. Klaus lehnt das Angebot ab. Das stachelt Bissigs Sohn Hans (Mario Rigert) zu allerlei Schandtaten an. Sogar die Arbeit der Sennen auf der Würztannalp soll vernichtet werden, damit sein Vater den Schwarzegghof doch noch kaufen kann. Ob Hans Bissig, der nicht zuletzt auch auf eine geplante Hygienekontrolle durch den gestrengen Inspektor Gerhard Raufer (Paul Sidler) hofft, dieses Vorhaben gelingt, bleibt offen. Der Vierakter «D Würztannchüejer» ist ein Volksstück, das nebst heiteren Einlagen auch einen tiefen Sinn beinhaltet. Der vom Schicksal gebeutelte Bergbauer Klaus findet in Schmiedemeister Paul (Pascal Anderegg), dem Hüttenbub Bernhard (Janis Köpfli) und Godi, dem Knecht auf Tannhorn, ihm gutgesinnte Verbündete. Ob es ihnen gelingt, die Absichten des Grossmatt Grossbauern Markus Bissig zu verhindern, bleibt offen.

Verraten sei einzig, dass eine witzige Einlage des Hausi Chörli sowie Jolette Favry und der unerwartet aufkreuzende Ingenieur Heinz (Bruno Arnold) für verblüffende Überraschungen sorgen. Und, dass der Käsehändler Peter Lauber (René Hartmann) am abschliessenden «Chästeilet» ein Rekordergebnis verkünden wird.

 

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Unterhaltungsabende des Jodlerklubs Heimelig Sins finden am Freitag, 20. April, und Samstag, 21. April, um 20 Uhr und am Sonntag, 22. April, um 13.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Ammannsmatt statt.


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