Akute Felssturzgefahr ist gebannt

STADT LUZERN ⋅ Die Felsplatte am Gütschhang, die in der Nacht auf Dienstag einen Felssturzalarm ausgelöst hat, ist abgetragen worden. Die akute Felssturzgefahr ist damit vorerst beseitigt. Der Fels wird aber weiterhin überwacht.

Eine von der Stadt beauftragte Bauunternehmung hat die vorstehende, rund 20 Meter hohe Felsplatte abgetragen. Diese hatte sich in der Nacht auf Dienstag innerhalb von wenigen Stunden um 1,5 Millimeter bewegt (>> zum Artikel >>).

Da die Gefahr bestand, dass der Brocken ins Siedlungsgebiet fallen könnte, wurden 125 Bewohner des Hochhauses an der Sagenmattstrasse 11 im Quartier Basel-/Bernstrasse in der Nacht auf Dienstag evakuiert. Stunden später konnten die Anwohner wieder nach Hause zurückkehren.

Felssturz-Risiko bleibt bestehen

Weiterhin gesperrt ist eine Tiefgarage. Diese Sperrung könne voraussichtlich erst nach der Umsetzung weiterer Sicherungsmassnahmen aufgehoben werden, teilte die Stadt mit.

Bis zur Realisierung der kompletten Hangsicherung bleibt das Risiko eines Felssturzes bestehen. Die Wand werde weiterhin überwacht, schreibt die Stadt. Die Personen, die sich in den gefährdeten Liegenschaften - neben dem Hochhaus ein Gewerbegebäude - aufhielten, seien informiert, wie sie sich im Falle eines Alarms zu verhalten hätten.

Für weitere Gebäude und deren Bewohner besteht nach Auskunft der Stadt Luzern keine Gefahr. Sollte sich jedoch ein Felssturz ankündigen, wird dieser durch eine Sirene und eine Drehleuchte angezeigt. Passiert dies, seien Passanten, welche sich im Bereich der Liegenschaften Sagenmattstrasse 7 und 11 befinden, aufgefordert, den Gefahrenbereich zwischen den beiden Häusern über die Sagenmattstrasse nach Westen oder Osten zu verlassen. In den unterhalb der Sagenmattstrasse liegenden Häusern Bernstrasse 9 bis 13 sind die Läden der Fenster, die Richtung Felswand zeigen, zu schliessen. So könnten Schäden verhindert werden.

Die Felspartie ist Teil einer insgesamt rund 160 Meter breiten und 50 Meter hohen Felswand, die in einem ehemaligen Steinbruch liegt. Seit 1992 wird der Fels überwacht. Seit gut einem halben Jahr ist eine automatische Überwachungsanlage mit vier Sensoren in Betrieb.

In der Stadt Luzern sind in der Nacht auf den 19. Januar 125 Bewohner eines Blocks am Gütschhang vorsorglich für mehrere Stunden evakuiert worden. Eine Felsplatte oberhalb der Siedlung war plötzlich in Bewegung geraten. Der lose Fels wird nun entfernt.

Mitten in der Nacht mussten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Luzern evakuiert werden. Ein automatischer Sensor in der Felswand hinter dem Haus löste den Alarm aus. Die Bewohner erzählen von der nächtlichen Evakuation. (Keystone, 19.01.2016)

Mitten in der Nacht wurden 125 Personen eines Blocks an der Sagenmattstrasse in Luzern evakuiert. Zuvor löste die automatische Überwachung der nahegelegen Felswand einen Alarm aus. Geologe Beat Keller und Feuerwehreinsatzleiter Theo Honermann erzählen, wie die Evakuation ablief. (Keystone, 19.1.2016)

Böses Erwachen für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Sagenmattstrasse in Luzern. Mitten in der Nacht wurden 125 Personen aus dem Haus evakuiert. Zuvor löste die automatische Überwachung der nahegelegenen Felswand einen Alarm aus. (Keystone, 19.01.2016)

pd/nop/sda


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