Kein Ausbau der Strassen – Bevölkerung soll sich mit ÖV fortbewegen

LUZERN SÜD ⋅ Trotz neuer Siedlungen und Mehrverkehr soll das Strassennetz nicht ausgebaut werden. Dies sehen zwei am Dienstag präsentierte Entwicklungskonzepte für das Grenzgebiet von Luzern, Kriens und Horw vor.

Die überkommunalen Konzepte, die von Vertretern der Gemeinden vorgestellt wurden, folgen der Verkehrspolitik der Stadt Luzern: Der Mehrverkehr aufgrund des Siedlungswachstums soll vor allem durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Velowegnetzes bewältigt werden, wie es dazu im ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Bericht der Luzerner Stadtregierung ans Parlament heisst.

Die eine Studie zum «Vertiefungsgebiet II» enthält Richtlinien für die Entwicklung des Wohn- und Arbeitsgebietes an der Grenze von Luzern und Kriens. Das Areal rund um den Eichhof, die Luzerner- und die Arsenalstrasse umfasst unter anderem ein Hochhaus, Wohn- und Arbeitsgebäude, Grünflächen sowie eine Esplanade für den Langsamverkehr.

Obwohl im Grenzgebiet von Luzern, Horw und Kriens zukünftig neue Siedlungen entstehen und mehr Menschen leben sollen, soll das Strassennetz nicht ausgebaut werden. Der Mehrverkehr soll durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bewältigt werden. Ein Experte steht dem kritisch gegenüber. (Tele 1, 16.02.2016)

Mobilitätsverhalten soll sich ändern

Das zweite Konzept zum Verkehr zeigt, mit welchen Massnahmen Siedlung und Verkehr in Luzern Süd aufeinander abgestimmt werden sollen. Die Planer zielen auf eine Änderung des Mobilitätsverhaltens in der Bevölkerung der Agglomeration ab. So sollen sich künftig ähnlich wie in der Stadt anteilsmässig mehr Leute mit dem öffentlichen Verkehr, per Velo oder zu Fuss bewegen.

Massnahmen für über 42 Millionen Franken

Heute werden in der Agglomeration rund 60 Prozent der Personenkilometer mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt. Der Anteil des öVs macht in der Agglo rund 32 Prozent aus, jener des Velo- und Fussverkehrs 6 Prozent. In der Stadt liegen die Werte für den Individualverkehr, den öV und den Langsamverkehr bei 41, 45 und 12 Prozent.

Für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sind zahlreiche Massnahmen rund um die Zentralbahn und das Busnetz vorgesehen, die teilweise schon länger bekannt sind. Dazu zählen höhere Takte, neue Spuren, neue Linien oder Linienführungen. Für Kriens und Horw regt das Konzept zudem im Bereich des motorisierten Individualverkehrs restriktivere Parkplatzreglemente mit weniger Parkplätzen vor.

Insgesamt kosten die Verkehrsmassnahmen gemäss groben Schätzungen der Luzerner Stadtregierung über 42 Millionen Franken. An diesen beteiligen sich der Bund, der Kanton und die Standortgemeinden. Mit 10 Millionen Franken das teuerste geplante Projekt ist der Umbau des Bahnhofs Kriens Mattenhof zu einem Bahn- und Bushof.

sda/rem


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