Blaukehlchen fliegen zum Überwintern überraschend nach Südasien

SEMPACH ⋅ Zugvögel aus Europa, die Wärme suchen, überwintern gemeinhin in Afrika: Davon gingen bisher die Forscher aus. Doch das Rotsternige Blaukehlchen zieht es überraschend nach Südasien. Dies ergaben die Zugrouten von vier mit Geolokatoren ausgerüsteten Vögeln.

Mit der Studie konnte erstmals der Zugweg eines Europäischen Singvogels in asiatische Winterquartiere belegt werden, wie die Schweizerische Vogelwarte Sempach am Dienstag auf ihrer Webseite mitteilte.
 
Die Vogelzugforscher statteten vier Individuen aus Populationen in Südnorwegen und Tschechien mit Geolokatoren aus. Die Auswertung zeigt, dass drei der Vögel den Winter in Indien und ein Tier in Pakistan verbrachten. Sie entfernten sich damit im Schnitt mehr als 6000 Kilometer von ihrem Brutgebiet.
 
Die Vögel folgten laut Vogelwarte einer Route, die über den Kaukasus und das Kaspische Meer führte. Sowohl auf dem Hin- wie auch auf dem Rückweg legten die Vögel jeweils zwei oder drei Mal für über drei Tage einen Stopp ein. Um die Rastgebiete identifizieren zu können, seien detailliertere Daten nötig, heisst es in der Mitteilung.
 
Die Migration im Herbst begann im August und September und dauerte zwischen 26 und 74 Tagen. Der Frühlingszug startete im April. Die Vögel waren dann für rund einen Monat unterwegs.
 
In der Schweiz sind zwei von den zehn Unterarten des Blaukehlchens nachgewiesen. Während das Weisssternige Blaukehlchen insbesondere auf dem Durchzug beobachtet wird, hält sich in den Alpen ein kleiner Brutbestand des Rotsternigen Blaukehlchens. Wo diese überwintern, ist laut Vogelwarte vorerst nicht bekannt.

 

sda


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