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Beim Publikum erfolgreich - finanziell weniger

BLUE BALLS-FESTIVAL ⋅ Das 22. Blue Balls Festival in Luzern ist als Publikumserfolg zu Ende gegangen. Die Auslastung der Konzerte im KKL war gestiegen. Finanziell bleibt unter dem Strich dennoch ein Verlust. Grund sind ein Rückgang von 20 Prozent bei den Pin-Verkäufen und weniger Sponsoren.

Am Samstagabend ging das neuntägige Festival im ausverkauften KKL mit einer dreistündigen Show der Söhne Mannheims zu Ende. Als Gäste standen befreundete Künstler wie BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, Soulsängerin Nneka und «The Voice Kids»-Gewinnerin Michèle Bircher sowie die Flying Steps auf der Bühne. Das Konzert soll später als Live-Album veröffentlicht werden.

Blue-Balls-Direktor Urs Leierer zog nach neun Festivaltagen am Sonntag vor den Medien mehrheitlich eine positive Bilanz. Trotz Regen, der die Festivalstimmung an einzelnen Abenden etwas getrübt habe, seien die Veranstaltungen am Luzerner Seebecken von über 100'000 Fans besucht worden. Die Zahl entspricht dem in den Vorjahren kommunizierten Besucheraufkommen.

  • Stimmgewaltig: Paloma Faith am 25. Juli am Blue Balls Luzern.

Das Blue Balls 2014 ist Geschichte. Die besten Bilder vom Festival.

Mit dem Programm zeigte sich der Festivalleiter ebenfalls zufrieden. Die Konzerte seien beim Publikum sehr gut angekommen. Die Auslastung der Konzerte im KKL stieg laut Leierer gegenüber dem Vorjahr von 80 auf 86 Prozent.

Zu den musikalischen Höhepunkten und Publikumsmagneten zählten dieses Jahr internationale Stars wie Ed Sheeran, Passenger, James Blunt, Paloma Faith, Joss Stone und Archive.

Einbruch bei Sponsoring und Werbung

Finanziell wird das Festival unter dem Strich allerdings einen Verlust einfahren, wie der Blue-Balls-Chef erklärte. Grund für das negative Ergebnis sind gemäss Leierer ein «drastischer Einbruch» beim Sponsoring und bei den Werbeeinnahmen. Genaue Zahlen gab er nicht bekannt.

Im Vorfeld des Festivals hatten mehrere Sponsoren ihre Zusammenarbeit auslaufen lassen. Leierer begründete die Situation mit stetigen Änderungen im Kultursponsoring. Er äusserte sich aber zuversichtlich, für die nächste Blue-Balls-Ausgabe wieder neue zusätzliche Sponsoren zu finden.

Wie schon in früheren Jahren kam es 2014 erneut zu einem Verkaufsrückgang bei den Festival-Pins. Dieses Jahr seien aus unbekannten Gründen rund 20 Prozent weniger Pins verkauft worden, sagte Leierer. Mit dem 20-fränkigen Abzeichen können Besucher das Festival und die kostenlos angebotenen Konzerte im Pavillion und vor dem KKL unterstützen.

Kritik an Polizeikosten

Die Blue-Balls-Organisatoren müssen zudem dieses Jahr erstmals für die Präsenz von Polizeipatrouillen am Festival mit rund 14'500 Franken aufkommen. Zuvor hatte der Kanton Luzern die Gebührenverordnung der Polizei geändert, wonach Veranstalter von Grossanlässen für zusätzliche Polizeipräsenz zahlen müssen. Dabei gibt es Ausnahmen etwa für Brauchtumsfeste.

Direktor Urs Leierer legte gegen die Neuregelung der Behörden Beschwerde ein, wie er sagte. Sie grenze an Willkür. Das Blue Balls verfolge keine kommerziellen Zwecke und sei nur Dank rund 400 freiwilligen Helfern durchführbar, sagte er.

Das nächste Blue Balls Festival soll vom 17. bis 25. Juli 2015 stattfinden. Abstriche bei der 23. Ausgabe will Leierer trotz finanzieller Engpässe nicht machen. Eher würde er das Festival einstellen, als es reduzieren, sagte der passionierte Festivalgründer.

Um das Blue Balls Festival langfristig finanziell zu sichern und zu verankern, hatte der Direktor im Frühling eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Diese soll das finanzielle Rückgrat des Vereins Luzerner Blues Session mit 22 aktiven Mitgliedern werden. Die Stiftung soll unter anderem Kapital für finanziell magere Jahre äufnen, wie Leierer sagte.


 

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Leserkommentare (4)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.07.2014 03:05

    Vielleicht hilft es der finanziellen Lage ja, wenn nächstes Jahr hoffentlich wieder ein Hauptsponsor gefunden wird. Ich würde auch den PIN-Preis senken. Und man müsste den Mehrwehrt des PINS (Zutritt zum Hotel Schweizerhof mit Konzerten und Partys) mehr bewerben.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 28.07.2014 10:06

    Bier und Essens-Preise war nicht billig aber auch nicht überteuert. Bei eine Veranstaltung zahl man halt diese Preise. Der PIN ist Ehrensache und CHF 20.-- für 18 Konzerte beim Pavillion ist knapp etwas mehr als CHF 1.-- pro Konzert. Nur die Musik, welche dieses Jahr dort gespielt wurde, war für mich schlichtweg schlecht. Es gab schon am ersten Abend, dutzende Leute welche weggelaufen sind. Das ist ja reiner Depro-Musik. Bringt doch was fröhliches. Es gibt auch fröhliche, moderne Musik. Und wenn die Stimmung gut ist, dann wird auch konsummiert, es wird Geld ausgegeben und alle sind HAPPY. Also bitte in 2015 keine Depro-Musik mehr! Noch ein kleiner Tipp: Vielleicht könnte man Samstag und Sonntag bereits am 16:00 Uhr anfangen und jeweils drei Bands spielen lassen! Gruss Dicky-Dick Lozärn

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 27.07.2014 21:43

    absolut ihrer Meinung, pedro.
    kommen die extrem teuren ticketpreise für die Konzerte hinzu.
    wenn ich mit meiner Frau einen pin gekauft und "geteilt" habe, weil "nur" entweder sie oder ich unter der Woche ans blueballs gehen konnten, dann unter anderem auch deswegen, weil ich ja noch 6.- für drei Deziliter bier ausgeben musste (wollte).
    6.- !! was soll denn der scheiss??!! einen ganzen franken für 500 milliliter Bier!
    aber nein, da steht bestimmt kein kommerzieller zweck dahinter. natürlich nicht. möglichst viele menschen, möglichst schnell für bescheuert verkaufen.
    was für ein Genie muss mann dann sein um zwei und zwei zusammen zu zählen und mit abstrichen zu rechnen?
    eine frage der zeit (wenn sich da nichts bessert), bis ich da mit meiner Familie und drei, vier anderen bekannten mit Familie, essen und getränke mitbringe und wir dort keinen franken mehr ausgeben.
    wenn nur wir das machen, überlebt es das blueballs vielleicht, wenn sich andere anschliessen, .......

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 27.07.2014 16:33

    Wer wundert sich, dass weniger PIN verkauft wurden ? Ich besuche das Blue Balls 2-3 mal und konsumiere mit meiner Familie recht ordentlich. Aber dann für diese 2-3 Besuche bin ich nicht bereit zusätzlich noch CHF 20 für einen PIN zu bezahlen. Wenn der PIN CHF 10 kosten würde - ja dann könnte ich es mir noch überlegen. Aber CHF 20 ? Nein danke. Zudem - aggressiven und aufdringlichen PIN-Verkäufern kaufe ichvaus Prinzip nichts ab. Und die PIN-Verkäufer waren zu Beginn der Woche eben schon sehr extrem aufdringlich. NUN - lieber den PIN günstiger verkaufen und dadurch mehr PIN verkaufen. Unter dem Strich wird diese Rechnung nämlich besser ausschauen wie jetzt. Das genau gleiche pasierte beim Luzernerfest. Auch dort waren die Rondellen massiv zu teuer. Fazit: weniger Rondellen verkauft. UND - beide Veranstalter klagen anstatt die Logik walten zu lassen.

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