Neue Luzerner Zeitung Online

Doch keine Gipsplatten vor christlichen Symbolen

LUZERN ⋅ Der Stadtrat hat sich entschieden: Die Abdankungshalle Friedental soll mit einer flexiblen Lösung konfessionsneutral gestaltet werden. Unter anderem soll in einem Vorprojekt der Einsatz eines Vorhangs geprüft werden.

Die Abdankungshalle Friedental soll konfessionsneutral gestaltet werden. Der Stadtrat begründete dies damit, dass vermehrt verlangt werde, dass das katholische Wandgemälde abgedeckt werden könne oder die Wand für Projektionen benutzt werden könne. Unter anderem wollte man das christliche Wandgemälde mit Gipsplatten fix abdecken. Dies löste viele Reaktionen bei der Bevölkerung und den Luzerner Parteien aus (unsere Zeitung berichtete). 

Der Stadtrat schreibt in seiner Mitteilung vom Mittwoch: «Dass das Wandgemälde in der Abdankungshalle überdeckt werden soll, führte in den vergangenen Tagen zu zahlreichen Reaktionen. Unter anderem haben die Fraktionen der SVP und der CVP gemeinsam ein dringendes Postulat eingereicht, das sich gegen eine Abdeckung durch Gipsplatten wehrt und eine pragmatische Lösung fordert.»

Der Stadtrat halte zwar am Entscheid fest, dass der Raum konfessionsneutral gestaltet werden soll, jedoch soll das christliche Gemälde nicht dauerhaft, zum Beispiel mit Gipsplatten, abgedeckt werden. Ein Architekturbüro wird in einem Vorprojekt verschiedene Lösungen erarbeiten. In diese Planungs- und Abklärungsarbeiten werden die Denkmalpflege, die Glaubensgemeinschaften und weitere Fachspezialisten einbezogen.

Das Wandbild, welches Christus am Kreuz, Engel und weitere biblische Motive zeigt, soll nun durch verschiebbare Elemente oder einen Vorhang verdeckt werden.

Der Friedhof Friedental wurde 1885 gebaut. 1917 wurde eine konfessionsneutrale Abdankungshalle errichtet. Rund zehn Jahre später wurde sie mit dem Wandgemälde geschmückt.

Was meinen Sie zur Entscheidung des Stadtrates? Diskutieren Sie hier.

pd/zfo

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 10.03.2016 09:26

    Bemerkenswert: Bevor Muslime die Schweiz bevölkerten, waren eine konfessionslose Gestaltung der Abdankungshalle und weitere Toleranzaktionen überhaupt kein Thema, obwohl die Reformierten kein Kruzifix in ihren Gotteshäusern haben und die Juden immer noch auf den Messias, den Erlöser warten.
    Lobenswert, dass der Stadtrat Vernunft walten lässt und sich für eine einigermassen akzeptable Lösung des "Problems Kreuz" entschieden hat.

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