Streit über Tarife am Kantonsspital geht weiter

LUZERN ⋅ Im Streit um die Abgeltung für Spitalbehandlungen haben sich die Krankenkassen-Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse und das Luzerner Kantonsspital nur teilweise geeinigt. Das Spital muss aber rund 30 Millionen Franken an Kanton und Versicherer zurückzahlen.

Die Tarifpartner hätten nach intensiven Verhandlungen einen Vertrag zur Leistungsabgeltung für akut-stationäre Behandlungen für die Jahre 2012 bis 2014 abgeschlossen, teilten tarifsuisse und das Kantonsspital am Dienstag mit. Zuvor hatte das Bundesverwaltungsgericht einen vom Regierungsrat festgelegten Tarif aufgehoben und zur Neubeurteilung zurückgewiesen.

Einigung für die Jahre 2012 bis 2014

Der Tarif wurde für 2012 bei 9'950 Franken festgelegt, für 2013 bei 9'950 und für 2014 bei 9'811 Franken. Das Kantonsspital hatte eine höhere Abgeltung gefordert, die Krankenkassengemeinschaft eine tiefere.

Weil für die Dauer des Streits provisorisch höhere Tarife festgelegt worden waren, muss das Luzerner Kantonsspital gemäss tarifsuisse total rund 30 Millionen Franken an den Kanton Luzern und die Krankenversicherer zurückzahlen. Im Jahr 2014 übernahmen der Kanton 49 Prozent und die Krankenkassen 51 Prozent der stationären Behandlungskosten.

Über 2015 wird noch verhandelt

Für das Jahr 2015 konnte gemäss Mitteilung noch keine Lösung gefunden werden. Es wird vorläufig erneut mit einem provisorischen Tarif, der bei 9'800 Franken liegt, abgerechnet. Die Tarifpartner suchen nun in partnerschaftlichen Verhandlungen eine Lösung, wie es in der Mitteilung heisst.

Tarifsuisse ist eine Tochtergesellschaft des Krankenkassen-Dachverbandes santésuisse. Ihr sind derzeit laut eigenen Angaben 47 Krankenversicherern angeschlossen. Der Marktanteil beträgt nach Angaben von tarifsuisse 75 Prozent. Grosse Kassen wie Helsana, KPT oder Sanitas sind nicht Mitglied der Einkaufsgemeinschaft. (sda/cv)


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