Neue Luzerner Zeitung Online

Ruhiges Jahr für die Feuerwehr der Stadt Luzern

LUZERN ⋅ Nicht einen Grossbrand musste die Feuerwehr der Stadt Luzern 2014 löschen. Deshalb gehen die Einsatzstunden massiv zurück. Insgesamt wurde die Feuerwehr 503 Mal alarmiert.

Mit 503 Alarmierungen war das vergangene Jahr ein eher ruhiges Jahr, schreibt die Feuerwehr der Stadt Luzern in ihrem am Dienstag publizierten Tätigkeitsbericht. Im Gegensatz zum Vorjahr (19 Grossaufgebote) waren 2014 nur fünf Grossaufgebote notwendig. Kein einziges Mal musste die Feuerwehr wegen eines Grossbrandes ausrücken. Im langjährigen Schnitt gibt es in der Stadt fünf bis sechs Grossbrände pro Jahr.

Das hat Auswirkungen auf die Einsatzstunden: Die 465 Personen der Miliz-Feuerwehr und des Löschpiketts der Polizei leisteten im letzten Jahr 9877 Einsatzstunden, 5300 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Fehlalarme hat um 3 auf 247 abgenommen. Am häufigsten musste die Feuerwehr zu Bränden und Personen- oder Tierrettungen ausrücken. Dazu leistete die Feuerwehr 272 (-17) geplante Einsätze für Bereitschaftsdienste bei Grossanlässen wie Fasnacht oder Luzerner Fest.

Am meisten Einsätze musste die Feuerwehr der Stadt Luzern im Monat Juni mit 75 Einsätzen leisten. Statistisch gesehen brannte es in der Stadt Luzern am häufigsten an einem Donnerstag, am seltensten an einem Samstag.

Bei den Alarmeinsätzen konnte die Feuerwehr 18 Personen und 4 Tiere (Vorjahr 32 / 7) aus bedrohlichen Notlagen retten. Der Rettungsdienst benötigte für 19 Patiententransporte die Unterstützung der Feuerwehr mit einer Autodrehleiter.

Insgesamt rekrutierte die Feuerwehr im vergangenen Jahr 31 neue Frauen und Männer für den Dienst. Es sei erfreulich, dass sich nach wie vor genügend junge Leute für den aktiven Feuerwehrdienst motivieren liessen, heisst es im Bericht. Der Gesamtbestand lag bei 364 Männern und 101 Frauen.

Ein Mitglied schied aus der Feuerwehr aus, weil es wiederholt die Gesundheitsauflagen nicht bestanden hatte. Fünf von 126 getesteten Personen müssen zudem ein Fitness- oder Gewichtsproblem in den Griff bekommen. Im Allgemeinen sei das Korps aber «fit», heisst es im Jahresbericht.

Ab 1. Januar 2016 muss die Feuerwehr der Stadt Luzern eine professionelle Löschpiketttruppe bereitstellen. Dies haben Stadt und Kanton aus finanziellen Gründen entscheiden. Die Aufgabe wird bis dann weiterhin von der Luzerner Polizei übernommen.

Bis Ende 2019 soll zudem an der Industriestrasse auf dem Areal von Energie Wasser Luzern (ewl) eine neue Feuerwache als Ersatz für den Standort Kleinmatt entstehen. Geplant wird gemäss Jahresbericht ein gemeinsames Dienstleistungszentrum für Feuerwehr, Strasseninspektorat und allenfalls Zivilschutz.

Hinweis: Der Tätigkeitsbericht der Feuerwehr ist unter www.stadtluzern.ch abrufbar.

Diese Brände hielten die Feuerwehr auf Trab:

Von den insgesamt 503 Alarmierungen hier ein Auszug, der die Vielseitigkeit der geleisteten Einsätze zeigt.

21. Januar 2014, Kaminbrand, Littauerberg: Schon auf der Anfahrt meldete der erste Pikett-Offizier vor Ort starken Funkenflug. Sofort wurden die Bewohner evakuiert und der Brandschutz erstellt. Durch das Abstellen der Heizung konnte der Brand schnell gelöscht werden. Parallel dazu bereitete der Fachdienst Wassertransport vorsorglich eine Zubringerleitung ab Reservoir vor. Das Dach und der Kamin wurden via Autodrehleiter auch von aussen mit der Wärmebildkamera kontrolliert, die Folgemassnahmen übernahm der Kaminfeger. Die beiden betroffenen Familien bedankten sich später für den Einsatz und die gute Betreuung. Solche positiven Rückmeldungen nehmen die Feuerwehrleute gerne entgegen, da anderseits vereinzelt auch Reklamationen wegen dem eingeschalteten Martinshorn eingehen.

6. März 2014: Kleiner Junge klemmt Hand in Rolltreppe ein »

28. April 2014: Ein Verletzter bei Unfall im Sonnenbergtunnel »

8. Juni 2014: Wasserschaden, Weggisgasse: Wegen einer aus unbekanntem Grund ausgelösten Sprinkleranlage im Dachgeschoss lief das Wasser via Rolltreppen und Decken bis ins erste Untergeschoss und hinterliess auf allen Stockwerken des Verkaufsgeschäftes grosse Wasserlachen. Nachdem die Sprinkleranlage abgestellt und die Verkaufswaren weggestellt oder abgedeckt waren, konnte mit dem Einsatz der Wassersauger auf allen Stockwerken begonnen werden. Der Einsatz dauerte vier Stunden.

12. Juni 2014: Viel Arbeit für Feuerwehr nach Unwetter »

8. Juli 2014: Teile der Luzerner Altstadt nach Gasleck gesperrt »

30. Juli 2014: Arbeitsunfall Root: Bei einem Arbeitsunfall wurde eine Person in einem Regalsystem von Holz eingeklemmt. In Absprache mit dem Rettungsdienst 144 wurde dieses Holz von Eingeteilten des Stützpunktes Rettung mit Hebekissen verschoben und der Verunfallte so befreit. Leider verstarb dieser trotz aller Bemühungen am Unfallort. Die Feuerwehr-Peers übernahmen nach diesem belastenden Einsatz die Betreuung der Feuerwehrleute im Feuerwehrgebäude Kleinmatt.

27. August 2014, Personenrettung, Obergütschhalde: Dramatisch tönte diese Alarmmeldung: Person zirka 10 Meter in Tobel gestürzt. Es handelte sich um einen halbseitig gelähmten Mann, der aus seinem Rollator gestürzt und vom Trottoirrand etwa 3 Meter heruntergerutscht war. Er war unverletzt und ansprechbar, konnte sich selber aber nicht aus seiner misslichen Lage befreien. Mit Hilfe einer Rettungswanne und der Autodrehleiter retteten ihn die ausgerückten Maschinisten aus dem steilen Waldbord und übergaben ihn der Polizei, die ihn nach Hause brachte.

18. September 2014: Öl im Bach, Adligenswil: Über Nacht waren aus einem defekten Betankungsschlauch zirka 1'500 Liter Dieselöl ausgelaufen. Ein Teil davon gelangte via Sickerleitung in den Luzebach. Die Feuerwehren Adligenswil und Meggen bauten eine Sperre und boten den Ölwehrstützpunkt Luzern auf. Eine Gruppe unterstützte die beiden Feuerwehren durch zusätzlichen Sperrenbau, die anderen kontrollierten den Würzenbach und den See. Glücklicherweise verhinderten die eingebauten Sperren weiteren Schaden. Das mit Ölbinder gebundene Öl wurde durch einen Saugwagen abgepumpt.

1. Oktober 2014, Kuh und Muni in Jauchegrube, Littauerberg: Eine Kuh und ein Muni waren bei einem Pegelstand von 30-40 cm in eine Jauchegrube gefallen und konnten sich nicht selbst befreien. Der Bauer, selber ein Feuerwehrmann, bat telefonisch um Unterstützung. Durch eine gemeinsam mit Bauern aus der Nachbarschaft gebaute Treppe aus Strohballen und Paletten wurde den beiden Tieren das Hinaussteigen ermöglicht.

Pikettwoche 1.-8. Oktober 2014 Kein Einsatz! Auch das gibt es, kommt aber sehr selten vor: Eine Pikettwoche dauert jeweils von Mittwochabend bis zum nächsten Mittwochabend. In dieser Woche musste kein einziger Einsatz geleistet werden.

14. Oktober 2014, Tödlicher Arbeitsunfall, Gunzwil: Die Feuerwehr Michelsamt wurde zu einem belastenden Arbeitsunfall gerufen, wo ein Bauer und ehemaliger Offiziers-Kamerad tödlich verunfallt war. Die dafür ausgebildeten Feuerwehr-Peers der Feuerwehr Stadt Luzern, die aufgrund einer Leistungsvereinbarung in der ganzen Zentralschweiz aufgeboten werden können, übernahmen das Defusing für ihre Kollegen.

26. Oktober 2014: Gartenhaus an der Riedstrasse abgebrannt »

19. Dezember 2014:  Lieferwagen kippt in Bach » 

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