Gemeinde Kriens schlägt dritten Tunnel vor

BYPASS ⋅ Der Krienser Gemeinderat regt in seiner Stellungsnahme zur Autobahnumfahrung Bypass einen dritten Tunnel an. Damit soll der Autobahn-Lärm reduziert werden.

Ein Schritt in die richtige Richtung – aber noch nicht weit genug: So umschreibt der Krienser Gemeinderat seine Stellungnahme zu den neuen Vorschlägen des Bundesamtes für Nationalstrassenbau (Astra) in Zusammenhang mit der Planung des Bypass-Projektes. Der Gemeinderat Kriens regt in seiner Stellungnahme an, eine Variante mit einem dritten Tunnel zu prüfen, der zwischen den Tunnels Sonnenberg und Schlund erstellt würde und auf einer möglichst langen Strecke den Autobahn-Lärm reduzieren würde. So wäre es aus seiner Sicht möglich, der Forderung des Astra nach getrennten Tunnelsystemen nachzukommen und trotzdem den Lärmschutz umfassender sicherzustellen – ohne einen übermässigen Kostensprung. Die Gemeinde rechnet mit zusätzlichen Kosten von 100 Millionen Franken.

Das Astra will den Bypass ab Sonnenberg bis Schlundtunnel offen führen. Es lehnt die von Kriens geforderte Einhausung des Autobahnstücks aus Sicherheits- und praktischen Gründen ab. Es brauche zwei getrennte Tunnelsysteme.

Die Gemeinde Kriens regt ferner eine Studie zum städtebaulichen Potential an. Die Studie soll zeigen, wie für Kriens das Optimum herausgeholt werden kann. Dabei geht es um die Gestaltung des Tunnelportals genauso wie auch um die zukünftige Nutzung der Fläche unter der neuen Autobahn bzw. auf einer Überdachung. Kriens will sich mit 30'000 Franken an der Studie beteiligen. In seiner Stellungsnahme verwirft der Gemeinderat klar die Idee des Astra, das Bypass-Projekt von den Lärmschutzmassnahmen zu entkoppeln.

Am 6. September hatten sämtliche Krienser Ortsparteien eine Petition gegen den Bypass lanciert. Sie verlangen eine Überdachung der neuen Autobahn auf dem Gemeindegebiet und ein Konzept zum Umgang mit dem Zusatzverkehr (wir berichteten »).

Projekt Bypass

Zentrales Element der geplanten neuen Autobahnumfahrung des Bundes für rund 1,6 Milliarden Franken sind zwei vier Kilometer lange Tunnel zwischen Emmen und Horw. Das Südportal ist neben dem bestehenden Tunnel Sonnenberg im Raum Grosshof in Kriens vorgesehen. Das Projekt soll den Durchgangsverkehr auf der A2 und der Regionalverkehr in und um Luzern verbessern.

Zur Verbesserung des Lärmschutzes und der städtebaulichen Gestaltung liess das Bundesamt für Strassen (Astra) nach Kritik mehrere Varianten prüfen. Der Kanton und der Bund unterstützen dabei Ideen, Lärmschutzbauwerke zu verlängern. Eine Eintunnelung halten sie für zu teuer.

pd/rem


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