Gericht verurteilt Kupferdieb von Rothenburg

KRIMINALITÄT ⋅ Das Kreisgericht St. Gallen hat einen 36-jährigen Rumänen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Angeschuldigte hat mit einer Diebesbande vier Tonnen Kupfer aus einer Recyclingfirma in Rothenburg gestohlen.

Der Angeklagte und weitere Bandenmitglieder sollen zwischen Juli 2013 und Januar 2014 zwölf Mal zugeschlagen haben. Die Diebstähle ereigneten sich in den Kantonen Luzern, Bern, Schaffhausen und St. Gallen. Die Bande machte fette Beute, die Deliktsumme beträgt über 300'000 Franken. Zudem verursachten die Diebe einen Sachschaden von über 112'000 Franken.

Im Juli 2013 soll der Mann etwa an einem Kupferdiebstahl in Rothenburg beteiligt gewesen sein. Die Diebe brachen das Eingangstor einer Alteisen-Firma auf und stahlen auf dem Areal vier Tonnen Kupfergranulat sowie Kupferseile. Die Ware wurde mit zwei gestohlenen Lieferwagen abtransportiert.

Die Bande agierte von einem Wohnwagenlager in der Nähe von Strassburg aus. In unterschiedlicher Zusammensetzung und mit unterschiedlichen Fahrzeugen fuhren die Mitglieder über die Grenze in die Schweiz und raubten Firmen und Restaurants aus.

Ausser in einem Fall ist der Angeklagte geständig. Er habe wegen seiner Spielsucht Schulden gehabt und schnell Geld machen wollen, sagte der Mann vor Gericht. Er bereue, was er getan habe.

Der Mann sass 253 Tage in Untersuchungshaft. Seit Oktober 2014 ist er im vorzeitigen Strafvollzug. Der Mann sei ein Berufsverbrecher, sagte der Staatsanwalt: «Sein einziger Grund sich in der Schweiz aufzuhalten war, Verbrechen zu begehen.» Nachdem das Gericht ein abgekürztes Verfahren zurückgewiesen hatte, erhöhte der Staatsanwalt seinen Antrag. Ursprünglich hatte er eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon neun Monate unbedingt verlangt, am Montag forderte er drei Jahre.

Das Gericht verurteilte den Mann in allen zwölf Fällen. Das bestrittene Delikt sei in Rothenburg verübt worden, nur wenige Tage nach zwei ähnlichen Diebstählen an denen der Angeschuldigte beteiligt gewesen war, sagte der vorsitzende Richter.

Er sei einschlägig vorbestraft. In seiner Heimat und in Deutschland war er wegen qualifiziertem Diebstahl und wegen schwerem Bandendiebstahls zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Eine bedingte oder teilbedingte Strafe komme nicht in Frage.

Das Gericht schützte Zivilforderungen von rund 32'000 Franken. Zudem muss der Angeschuldigte die Verfahrenskosten von rund 58'000 Franken tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

sda/rem
 


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