Gratis Montage – hohe Folgekosten

REGION ⋅ Eine Zürcher Firma verspricht, gratis Sicherheitsanlagen zu installieren. Das tut sie auch. Doch danach wirds teuer.

Kilian Küttel

Eine Alarmanlage gratis geliefert und völlig kostenlos montiert? Damit wirbt die Dialarme AG derzeit fleissig in der Region. Etliche Mieter finden nicht adressierte Schreiben in ihren Briefkästen, die das Angebot des Unternehmens anpreisen. Das Versprechen ist verlockend und scheint fast zu schön, um wahr zu sein. Das dachte sich wohl so mancher Mieter oder Wohnungseigentümer und witterte ein dubioses Geschäft. «Wir erhielten Rückmeldungen von einigen unserer Mieter, die uns von der Werbesendung berichteten», sagt Hanspeter Würmli von der Eberli Immobilien AG. Die Briefe seien vor allem von Mietern aus Kriens und Luzern gemeldet worden.

Mindestens 49 Franken pro Monat

Gleiches vermeldet die Wincasa Immobilien AG. Die wohl bekannteste Liegenschaft, die sie verwaltet, sind die beiden Hochhäuser «Hochzwei» auf der Luzerner Allmend. Auch dort sind die Werbesendungen in die Briefkästen geflattert. «Verschiedene Mieter haben uns auf die Werbung aufmerksam gemacht. Inzwischen haben wir in der Liegenschaft Hochzwei an einem Mitteilungskasten darüber informiert, dass wir keine geschäftlichen Beziehungen zu dieser Firma unterhalten», sagt Wincasa-Mediensprecher Martin Hofer.

Die Frage liegt nahe, was es mit dem Angebot auf sich hat und ob alles korrekt abläuft. Die Antwort: Die Montage ist tatsächlich kostenlos, in der Folge müssen die Mieter aber ins Portemonnaie greifen. Mindestens 49 Franken werden monatlich fällig. «Es handelt sich um zusätzliche Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Verbindung mit einer Interventionszentrale oder mit einem Smartphone», teilt Dialarme auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Preisrahmen sei nach oben hin offen.

Auch bei der Luzerner Polizei haben sich mehrere Leute gemeldet. Wie Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, erklärt, löst das Angebot von Dialarme bei vielen Unbehagen aus. Illegal sei es allerdings nicht. Das bestätigt auch die Stiftung für Konsumentenschutz. Aber: «Es ist aus unserer Sicht sehr fraglich, ob die versprochene Leistung eingehalten werden kann. Das bezweifeln wir, und daher erscheint das Geschäftsgebaren zumindest unlauter», sagt Geschäftsführerin Sara Stalder. Sie empfiehlt, nicht auf die Briefe zu reagieren und sie stattdessen zu entsorgen. Die befragten Immobilienverwaltungen raten unisono, nicht auf die Werbung einzugehen.

Nicht nur Zentralschweiz betroffen

Dialarme ist in der ganzen Schweiz aktiv. Die Werbesendungen stammen vom Zürcher Ableger des Unternehmens. Die Firma ist aber auch in der Westschweiz mit zahlreichen Filialen vertreten. Ende Jahr tauchten in der Romandie erste Berichte über die Dialarme AG auf. Von dort schwappte die Welle erst in die Ostschweiz, dann in den Kanton Aargau.


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