Strasse ins Eigenthal bis Freitag gesperrt

KRIENS ⋅ Das Unwetter vom Montagabend bleibt nicht ohne Folgen: Die Hergiswaldstrasse bleibt noch bis mindestens Freitag gesperrt. Durch die Überschwemmung sind Schäden in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken entstanden.

  • Überschwemmung beim Schulhaus Obernau.
  • Der Krienbach, ein kleines Bächlein, ist zu einem reissenden Bach angewachsen.
  • Der Krienbach sucht sich seinen Weg durch Obernau.

Dramatische Situation am Montagabend in Obernau: Ein Bach ist über die Ufer getreten und hat zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr Kriens stand im Dauereinsatz.

Die Hergiswaldstrasse bleibt gemäss einer Mitteilung der Gemeinde Kriens bis mindestens Freitag unterbrochen. Mehrere Erdrutsche haben die Strasse zwischen Hergiswaldbrücke und Forsthof Stalden bei dem Unwetter von Montagabend verschüttet. Dieser Strassenabschnitt könne erst nach Abschluss der Aufräum- und Sicherungsarbeiten am Hang sowie einer Beurteilung der umliegenden Hänge durch Experten in Form von geologischen Untersuchungen freigegeben werden. Die Zufahrt zum Restaurant Hergiswald sowie zur Wallfahrtskirche Hergiswald ist jedoch via Malters – Holderchäppeli sichergestellt.

Böden im Schulhaus müssen ersetzt werden

Nach wie vor am Laufen sind die aufwändigen Aufräumarbeiten im Schulhaus Obernau, das von den Wassermassen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im Schulhaus werden in den sechs betroffenen Schulzimmern die Böden in den nächsten Wochen ersetzt, sodass die Zimmer bis zum Schulbeginn im August wieder normal zur Verfügung stehen. Auch in den restlichen, betroffenen Räumen (Turnhalle, Singsaal, Aula) müssen die Böden in den kommenden Wochen ersetzt werden.
 
In den weiteren betroffenen Gebieten konnten die Reinigungsarbeiten am Dienstag planmässig vorangetrieben werden, sodass Räume, Wege und Strassen wieder zur Verfügung standen. Am Mittwoch wurden zudem so weit wie möglich Bachläufe von Schwemmholz und Geröll gesäubert, um wieder eine normale Durchflusskapazität zu erreichen. In den kommenden Tagen wird nun die Wiederinstandstellung im Vordergrund stehen.

85 Liter Regen innert zwei Stunden

Das Unwetter hatte teils massive Schäden an Häusern, Strassen und Kulturland zur Folge. Diese werden jetzt durch Spezialisten geschätzt. Zusammen mit den Kosten für die Aufräumarbeiten sei von einer Schadensumme von mehreren Hunderttausend Franken auszugehen.
 
Ursache der massiven Schäden seien aber nicht die grossen Bäche im Dorfteil Obernau gewesen (Renggbach, Krienbach). Vielmehr seien die zahlreichen kleineren Bäche, die aus dem Krienser Hochwald in den Talkessel fliessen für den Schaden verantwortlich gewesen.
 
Das erstaune nicht, sorgte doch das Unwetter am Montag mit 85 Litern pro Quadratmeter dafür, dass in rund zwei Stunden die Hälfte jener Wassermenge vom Himmel fiel, die sonst im ganzen  Monat Juli am Pilatus fallen.
 
Die normalerweise kleinen Bäche wie der Schlossbergbach, der Zopfibach oder der Schürhofbach brachen aufgrund der grossen Regenmengen aus dem Bachbett aus und sorgten für Verwüstungen. Dabei rissen diese kleinen Bäche Fallholz und teilweise massiv Geröll mit, was zu Verengungen und Stausituationen führte. Auch wo Bäche zusammenflossen, konnte das Wasser aufgrund der hohen Wasserstände nicht mehr wie gewohnt abfliessen und trat über die Ufer.

Schäden entstanden dort, wo Krienbach noch nicht saniert ist

Umso erstaunlicher ist es, dass bei dieser Intensität der Regenfälle nicht noch grössere Schäden entstanden. Die in den letzten Jahren realisierten Verbauungen am Renggbach, die Sanierungen am Krienbach inklusive Überwasser-Abfluss bei der Pulvermühle und auch die Bachsanierungen am Schloss- und Schlundbach im unteren Dorfteil haben ihre Wirkung gezeigt. Die Verbauungen hätten selbst so intensive Regenmengen mehr oder weniger zu fassen vermocht und weitaus grössere Schäden an Hab und Gut, letztlich aber auch an Menschenleben verhindert.

Die Probleme entstanden denn auch überall dort, wo der Krienbach noch nicht saniert ist - zum Beispiel auf der Höhe Stampfeli. Die Gemeinde Kriens werde die dort geplanten Arbeiten aufgrund des aktuellen Unwetters überprüfen und zeitnah umsetzen.

Nach den heftigen Regenfällen am Montagabend und dadurch verursachten Überschwemmungen und Murgängen, standen am Dienstag die Aufräumarbeiten an.

Der Krienbach in Kriens ist an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Eine Leserreporterin filmte die Szene. (Leserreporter Lorena Veit, 14.07.2014)

Ein Leserreporter zeigt, wie hoch der Krienbach Wasser führte. (Youtube, 14.07.2014)

pd/nop


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