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Parkhaus Musegg: Initianten drücken aufs Gaspedal

LUZERN ⋅ In der Stadt Luzern haben sich die Initianten für ein Car- und Autoparking im Musegghügel soweit organisiert, dass sie das Vorprojekt ausarbeiten können. Bereits im Herbst 2016 soll das Volk über das Vorhaben abstimmen, das die Innenstadt vom Verkehr entlasten soll.

Das Musegg Parking sei kein herkömmliches Parkhaus, sagte Fritz Studer, ehemaliger Direktor und Präsident der Luzerner Kantonalbank am Dienstag. Er präsidiert die neu geschaffene Musegg Parking AG, die das private Projekt vorantreiben will.

Nach heutigem Kenntnisstand wird das unterirdische Parkhaus 36 Car- und 700 Autoparkplätze haben. Die Fahrzeuge fahren von der Seite Nölliturm durch einen Tunnel in das Parking. Von dort wird ein Fussgängerstollen zum Falkenplatz in der Altstadt führen.

Die Initianten schätzen die Kosten auf 150 Millionen Franken. Rund 50 Millionen Franken entfallen auf die Carparkplätze. Die Stadt könnte diese benötigen Parkplätze nicht finanzieren, sagte Studer.

«Kein Risiko»

Das Museggparkhaus soll gänzlich von privater Seite finanziert werden. Für die öffentliche Hand gebe es kein Risiko, sagte Studer. Sie müsse nur die Umzonung an die Hand nehmen und das Baurecht gewähren. Studer sagte, er erwarte von der Stadt, dass das Baurecht gratis abgegeben werde.

Hinter dem Parkhausprojekt stehen wichtige Luzerner Wirtschaftskreise. Zu den zehn Aktionären gehören neben Studer etwa auch der Finanzchef der Luzerner Kantonalbank, die City Vereinigung, die Messe Luzern, die Luzerner Hotels oder das Uhrengeschäft Bucherer.

Diese Musegg Parking AG konnte Risikokapital von 1,8 Millionen Franken zur Ausarbeitung des Vorprojektes beschaffen. Eine halbe Million stammt von Bucherer, die restlichen drei Kapitalgeber bleiben ungenannt.

Im Vorprojekt müssen die Initianten neben der Machbarkeit und der privaten Finanzierbarkeit nachweisen, dass das Musegg Parking der Stadt tatsächlich den angekündigten Nutzen bringt. Ziel ist es, den heute von den Touristenbusse belegte Schwanenplatz carfrei zu machen, die gesamte Verkehrssituation zu verbessern und einen Beitrag zur Aufwertung der Innenstadt zu leisten.

In Konkurrenz zu anderen Städten

Dass dies nötig ist, steht für die Initianten ausser Zweifel. Luzern stehe in Konkurrenz zu anderen Städten und zu Einkaufszentren in der Region, sagte Studer.

Für Bucherer, der seit 1888 am Schwanenplatz ein Uhrengeschäft führt und in Luzern 600 Mitarbeitende hat und viele Touristen anlockt, ist die Lösung der Verkehrsprobleme wichtig. Das Parking-Vorhaben sei kundenfreundlich, weil die Touristen - im Gegensatz zum ebenfalls lancierten Metroprojekt - ohne umsteigen direkt in die Altstadt gelangen könnten, sagte Bucherer-CEO Guido Zumbühl.

Das Vorprojekt soll bis im Frühling 2016 stehen, schon ein halbes Jahr später sollen die Stimmberechtigten über die Zonenplanänderung abstimmen können. Die Initianten haben sich auch aus finanziellen Gründen für ein schnelles Vorgehen entschieden. Es gelte, die günstige Zinsphase zu nutzen, sagte Studer.

Opposition schon in den Startlöchern

Ein erster Stolperstein auf dem Weg zur Realisierung ist eine Volksmotion. Diese verlangt im Zusammenhang mit dem Parkingprojekt von der Stadt verkehrliche und denkmalpflegerische Abklärungen. Die Initianten des Musegg Parking bezeichnen dieses Anliegen, über das das Stadtparlament befinden muss, als «Denkverbot».

Unbestritten ist, dass das geplante Parkhaus dort, wo die Einfahrt geplant ist, Mehrverkehr verursachen wird. Die Initianten wollen den Beweis erbringen, dass insgesamt aber eine Verbesserung erzielt werden könne. Wenn das Parkhaus nicht komme, sei auch nichts gewonnen, sagte André Bachmann von der City Vereinigung.

sda

 

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 05.03.2015 21:43

    Warum braucht es für rund 30 Carparkplätze noch gegen 700 Autoparkplätze? Diese Geschichte geht nicht auf. Umso mehr diese PP auf öffentlichem Grund - und an verschiedensten Orten in der Stadt - kompensiert werden müssten. Trotz effizientem PP-Leitsystem sind die bereits bestehenden rund 4'300 PP in Parkhäusern kaum/selten ausgelastet, dies kann einfach und 'realtime' über entsprechende Homepage festgestellt werden.
    Die Stadt endet nicht mehr am Nölliturm! Sondern an der Grenze zu Malters. Von daher ist es ein Schildbürgerstreich, mit einem zusätzlichen PP-Angebot ohne wirkliche Not Wohnquartiere mit massivem Mehrverkehr zu belasten. In der Annahme, andernorts Fahrten einzusparen. Respekt den Initianten - aber gut gemeint ist hier nicht gut genug.

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