Kanton Luzern kann Caritas-Büros mieten

KANTONSRAT ⋅ Weil der Kanton Luzern ab 2017 die Flüchtlinge in Eigenregie betreut, braucht er zusätzliche Büroräumlichkeiten. Er übernimmt dabei die Büros der Caritas, die bislang vom Kanton mit der Flüchtlingsbetreuung betraut gewesen ist.

Der Kantonsrat hat am Montag dem Vorhaben mit 80 zu 27 Stimmen zugestimmt und einen Sonderkredit von 6 Millionen Franken genehmigt. Darin enthalten sind die Miete und die Nebenkosten für eine Dauer von 10 Jahren sowie Investitionskosten von 1,8 Millionen Franken.

Die Büros befinden sich an der Brünigstrasse in der Stadt Luzern und bieten 75 Arbeitsplätze. Sie werden vorerst für eine feste Dauer von sieben Jahren gemietet. Die Mietdauer ist auf das geplante Verwaltungsgebäude am Seetalplatz abgestimmt.

Der Rat zeigte sich aber mit der Vorlage des Regierungsrates unzufrieden, stimmte ihr aber zu, weil es anständige Arbeitsplätze und ein funktionierendes Asyl- und Flüchtlingswesen brauche. Kritisiert wurde etwa, dass die Vorlage so kurzfristig ausgearbeitet worden sei. Die Entwicklungen im Asylwesen seien schon seit längerer Zeit bekannt. Vorgeworfen wurde dem Kanton "mangelnde Weitsicht".

Die SVP forderte dazu auf, die Miete nicht zu genehmigen. Wohl auf gewissen Druck hin wolle der Kanton sicherstellen, dass der Caritas keine finanziellen Verluste entstünden, sagte Daniel Keller (SVP). Er frage sich auch, ob nicht ein billigerer Preis möglich gewesen sei.

Finanzdirektor Marcel Schwerzmann widersprach der SVP. Der Kanton habe zahlreiche Standorte geprüft. An vielen sei der Kanton "wegen des Themas" gar nicht willkommen gewesen. (sda)


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