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Kanton Luzern übertrifft seine Erwartungen

JAHRESRECHNUNG ⋅ Der Kanton Luzern hat 2014 einen doppelt so grossen Ertragsüberschuss erzielt wie budgetiert. Die Regierung sieht sich in ihrer Finanzstrategie bestätigt.

Die Jahresrechnung 2014 des Kantons Luzern schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 12.8 Millionen Franken ab. Budgetiert wurde für das Rechnungsjahr 2014 ein Ertragsüberschuss von 6,4 Milionen Franken.

Finanzdirektor Marcel Schwerzmann sagte am Mittwoch den Medien, das Rechnungsjahr 2014 habe einen soliden Abschluss in einem anspruchsvollen Umfeld gefunden. Für Schwerzmann beweist das Ergebnis, dass die 2005 eingeschlagene Steuerstrategie und das dauernde Sparen Früchte getragen hätten.

Die Gesamtaufwendungen des Kantons Luzern betrugen im letzten Jahr rund 3,6 Milliarden Franken. Sie wurden um ein knappes Prozent überschritten. Die Erträge haben um ein Prozent zugenommen.

Nationalbank-Gelder mehr als kompensiert

Luzern hatte für 2014 aus der Gewinnausschüttung der Nationalbank 32 Millionen Franken budgetiert. Diese Gelder, rund 1 Prozent des Staatshaushaltes, blieben aus. Dieser Betrag habe aber mehr als kompensiert werden können, erklärte Schwerzmann.

In der allgemeinen Verwaltung fielen die Kosten um 17,4 Millionen Franken oder 13 Prozent tiefer aus als budgetiert. Verbesserungen gegenüber dem Voranschlag gab es auch bei den Hauptaufgaben Öffentliche Ordnung/Sicherheit (unter anderem dank einer höheren Auslastung der Gefängnisse), Bildung, Verkehr, Umweltschutz/Raumordnung sowie Volkswirtschaft.

Das Budget überschritten wurde hingegen bei den Hauptaufgaben Kultur/Sport (weil weniger Geld aus dem Interkantonalen Kulturlastenausgleich floss), Gesundheit sowie Soziale Sicherheit. Über das Ganze gesehen sei das Budget zu 99 Prozent eingehalten worden, sagte Schwerzmann.

Luzerner bezahlten mehr Steuern

Der Kanton Luzern erhöhte auf 2014 den Steuerfuss von 1,5 auf 1,6 Einheiten. Die Steuerzahlungen der natürlichen Personen wuchsen aber stärker und nahmen gegenüber dem Budget um 8,5 Millionen Franken auf 837,2 Millionen Franken zu. Gegenüber 2013 belaufen sich die Mehreinnahmen auf 52,3 Millionen Franken, dies obwohl die Nachträge rückläufig waren.

Bei den Unternehmen konnte das gesetzte Ziel nicht erreicht werden. Die Steuern blieben mit 109,7 Millionen Franken um 10,3 Millionen Franken unter dem Budget und 3,8 Millionen Franken unter dem Wert von 2013. Als Grund nannte der Finanzdirektor die tiefer ausgefallenen Nachträge aus den Vorjahren. Die von den Unternehmen im ordentlichen Steuerjahr bezahlten Steuern nahmen gegenüber 2013 um 13,5 Millionen Franken zu.

Wirren um ZHB wirkten sich aus

Das Geldfluss-Investitions-Verhältnis verbesserte sich gegenüber dem Budget von 88,1 Prozent auf 104,8 Prozent. Der Kanton konnte somit alle Investitionen selbst finanzieren.

Luzern investierte aber weniger als geplant. Die Nettoinvestitionen nahmen gegenüber dem Budget um 30,5 Millionen Franken auf 124,1 Millionen Franken ab. Ein Grund ist, dass verschiedene Projekte noch nicht umgesetzt werden konnten, so die Sanierung der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) in Luzern, der Neubau des Asylzentrums Grosshof und der Ausbau des Polizeistützpunktes Sprengi.

Trotz des Ertragsüberschusses von 12,8 Millionen Franken sank das Eigenkapital um 22,6 Millionen Franken. Es beträgt weiterhin rund 3,8 Milliarden Franken. Grund für die Abnahme ist, dass die vom Kanton gehaltenen CKW-Aktien an Wert verloren haben.

(sda/cv)

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Leserkommentare (8)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 17:20

    Zur Unternehmenssteuer nur so viel und einfach erklärt. Der Kanton Luzern zieht dank günstiger Unternehmenssteuern neue Unternehmen an und behält abwanderungswillige Firmen im Kanton. Nur schon das erwirtschaftet Steuern, weil mehr Firmen.
    Nun benötigen diese Firmen auch Arbeiter und erschaffen neue Arbeitsplätze. Die Arbeiter dieser Arbeitsplätze Arbeiter zahlen vom Ihrem Einkommen ebenfalls Steuern.
    Mehr Arbeitsplätze ergibt weniger Arbeitslose….., weniger Kosten!
    Also dreifach Vorteil. Niedriger Unternehmenssteuern kurz erklärt!
    Gruss Dicky-Dick Lozärn
    PS: Ich habe keine Firma und bin Angestellter.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 19:44
    als Antwort auf das Posting von Dicky-Dick de Jong, Luzern am 01.04.2015 17:20

    @de Jong: Die neuen Firmen müssen vom Fiskus betreut werden und benötigen deshalb auch mehr Personal. Die neuen Arbeiter zahlen zwar Steuern, schicken allerdings die Kinder auch zur Schule, erhalten Kinderzulagen, gehen in Spitalpflege und nutzen die Verkehrsinfrastruktur.
    Ich bezweifle, dass unter dem Strich noch viel übrig bleibt.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 22:14
    als Antwort auf das Posting von Adrian Schaller, Luzern am 01.04.2015 19:44

    Sie sagen nichts anderes, als dass zusätzliche Steuereinnahmen durch neu geschaffene Arbeitsstellen nicht die von den neuen Arbeitnehmern in anspruch genommenen Sozialleistungen decken. Das heisst also entweder die natürlichen Einkommensteuern müssen erhöht werden, oder die Sozialkosten gesenkt werden ? Zudem sagen sie, dass selbst die duch die neuen Firmen gezahlten Steuern den Verwaltungsaufwand nicht decken weil die "betreut" werden müssen. Na dann gute Nacht Luzen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 19:27
    als Antwort auf das Posting von Dicky-Dick de Jong, Luzern am 01.04.2015 17:20

    @de Jong: Die neuen Firmen müssen vom Fiskus betreut werden und benötigen deshalb auch mehr Personal. Die neuen Arbeiter zahlen zwar Steuern, schicken allerdings die Kinder auch zur Schule, erhalten Kinderzulagen, gehen in Spitalpflege und nutzen die Verkehrsinfrastruktur.
    Ich bezweifle, dass unter dem Strich noch viel übrig bleibt.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 16:11

    Mehr Überschuss dank mehr Einnahmen von Privaten und trotz weniger Einnahmen der Unternehmen ... Und im gleichen Kontext wird (gebetsmühlenartig) die Unternehmenssteuereform als Erfolgsmodell gepriesen. Was verstehe ich da bloss nicht?

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 13:54

    Dann braucht ja der Kanton Luzern die Millionen vom Kanton Zug aus dem NFA-Topf nicht mehr und dann noch frech den Steuersatz für Unternehmen senken. So ist es einfach erfolgreich Finanzpolitik zu betreiben. Ich denke Luzern müsste bald auf der Liste der Geberkantone erscheinen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 13:14

    Ja ja Herr Finanzdirektor. Dank den zusätzichen Steuermillionen durch die Steuererhöhungen der Privatpersonen und Haushalte war das Ergebnis überhaupt möglich. Von erfolgreicher Steuerstrategie zu sprechen wenn die Privaten die Zeche für die Unternehmen bezahlen müssen kann ja wohl nicht ihr ernst sein!

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 01.04.2015 12:41

    Ein Grund mehr, diesen Finanzdirektor wieder zu wählen. Was will hier die SP? Frau oder Mann ist eh nicht von Bedeutung. In diesem Amt zählt nur die Qualifikation.

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