Keine Bier-Vorschriften mehr in stadteigenen Restaurants in Luzern

GASTRONOMIE ⋅ Im «Geissmättli», im «Reussbad», im «Hopfenkranz» und in der «Rathausbrauerei» können die Beizer künftig die Biersorten, die sie ausschenken wollen, respektive die Lieferanten selber wählen. Die Stadt schliesst keine Lieferverträge mehr ab.

Der Luzerner Stadtrat will die Pächter der städtischen Restaurants nicht vertraglich dazu verpflichten, auch lokale Biere von unabhängigen Brauern ausschenken zu müssen. Dies hatte die GLP-Fraktion in einer Interpellation im Stadtparlament angeregt. Sie verwies auf Bestrebungen in Zürich zur Förderung der lokalen Braukunst.

Verpflichtungen durch Rahmen- oder Lieferverträge hätten sich in der Vergangenheit für die Pächter oft negativ ausgewirkt, schreibt der Luzerner Stadtrat in seiner am Dienstag veröffentlichten Antwort auf die Interpellation. Damit sich die städtischen Pächter im hart umkämpften Markt behaupten könnten, sei es wichtig, ihnen möglichst grossen Handlungsspielraum beim Angebot und bei der Auswahl der Lieferanten zu belassen.

Für die Stadt warfen die Verträge jährlich gerade mal 1500 bis 3000 Franken ab. Ein letzter solcher Vertrag läuft Ende April 2018 aus. Die Stadtregierung will keine neuen solche Verträge mehr abschliessen, auch nicht zur Förderung der lokalen Braukunst.

Der Stadtrat sei jedoch bereit, bei Neuvermietungen im Sinne einer Empfehlung darauf hinzuwirken, dass die neue Pächterschaft zumindest ein Bier einer unabhängigen, lokalen respektive regionalen Brauerei in ihr Angebot aufnehme, heisst es in der Antwort.

Die Stadt Luzern ist Eigentümerin von vier Gastronomiebetrieben. Sie will die Lokale als Quartierrestaurants für eine breite Bevölkerungsschicht mit "gutbürgerlichem Angebot" erhalten. Die Lokale im Eigentum der Stadt sind das "Geissmättli" im St.-Karli-Quartier, das "Reussbad" an der Brügglistrasse, der "Hopfenkranz" an der Zürichstrasse und die "Rathausbrauerei". (sda)


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