Klares Ja zur Planung eines Verwaltungsgebäudes auf dem Seetalplatz

LUZERN ⋅ Der Kanton Luzern kann die Planung eines Gebäudes für praktisch die gesamte Verwaltung in Angriff nehmen. Der Kantonsrat hat einen Planungskredit von 5 Millionen Franken mit 91 zu 12 Stimmen genehmigt. Realisiert werden soll der Bau nördlich der Stadt Luzern auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke.

Insgesamt dürften sich die Investitionen auf 160 Millionen Franken belaufen. Weil mit dem neuen Gebäude in der Verwaltung jährlich 7,7 Millionen Franken gespart werden sollen, war die klare Mehrheit des Kantonsrat bereit, trotz leeren Kassen grünes Licht für die Planung zu geben.

Herbert Widmer (FDP) sagte, es sei kein Luxuspalast geplant. Die geplante Investition sein ein Sparvorschlag, deshalb sei es richtig, die Planung jetzt zu starten.

Effizienzgewinn ungewiss?

Die CVP tat sich indes schwer mit dem vom Regierungsrat angekündigten Effizienzgewinn. Der Kostenvorteil könne höher sein als angenommen, aber auch gegen null tendieren, sagte Hanspeter Bucheli (CVP). Nur mit einem neuen Verwaltungsgebäude habe man noch nicht gespart.

Yvonne Hunkeler (CVP) kritisierte, dass der Kanton das Gebäude selbst baue und dies nicht einem Investor übergebe. Er gehe damit ein unnötiges Risiko ein, vor allem, weil er auch Reserven einplane.

Michael Töngi (Grüne) verstand diesen Einwand nicht. Es wäre falsch, wenn der Staat die Rendite einem Investor überlassen müsse, sagte er. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann sagte, der Kanton brauche Reserven, damit er nicht wieder dazumieten müsse.

Chance für die Stadt

Daniel Keller (SVP) sagte, das Projekt sei auch eine Chance für die Stadt Luzern, weil durch den Wegzug von Dienststellen Büro- und Wohnräume frei würden. Katharina Meile (Grüne) sagte, die Stadt entwickle sich und verschmelze mit der Agglomeration. Der Seetalplatz sei – im Vergleich mit anderen Städten – zentral.

Das Zusammenführen der Büros im selben Gebäude soll die Arbeit effizienter machen. Der auf die Verwaltung zugeschnittene Grundriss der neuen Büros soll gegenüber den heutigen Lösungen zudem den Flächenbedarf pro Arbeitsplatz deutlich senken.

Ein Arbeitsplatz werde sieben bis acht Quadratmeter umfassen, sagte Finanzdirektor Marcel Schwerzmann. Dies sei kein Luxus. Geplant sei ein Open-Space-Büro, das nicht mit einem Grossraumbüro verwechselt werden dürften. Es würden jeweils drei bis vier Arbeitsplätze zusammengefasst und optisch und akustisch abgeschirmt.

Grosse Zügelte

Das Gebäude soll Platz für rund 30 Abteilungen der kantonalen Verwaltung mit 1100 Mitarbeitern bieten. Vorgesehen ist, dass die in der Innenstadt von Luzern angesiedelten «normalen» Büroarbeitsplätze nach Emmenbrücke transferiert werden. Die Staatskanzlei, das Parlament, die Regierung und ihre Stäbe bleiben im Regierungsgebäude.

Dienststellen, die dezentrale Aufgaben erfüllen oder standortgebunden sind, ziehen nicht in das neue Gebäude. Es handelt sich etwa um Schulen, Spitäler oder Gefängnisse, das Strassenverkehrsamt oder das Staatsarchiv. Die Gerichte zügeln wegen der Gewaltentrennung ebenfalls nicht an den neuen Standort.

Die Volksabstimmung über den Neubau dürfte 2020 durchgeführt werden, Ende 2023 soll dieser bezogen werden. (sda)


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