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Migros Luzern: Umsatz stagniert, Gewinn ist rückläufig

DETAILHANDEL ⋅ Die Genossenschaft Migros Luzern - die grösste private Arbeitgeberin in der Zentralschweiz - hat 2015 den starken Franken zu spüren bekommen. Sie musste trotz mehr Kunden und Marktanteilen einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn hinnehmen.

Der Nettoerlös der Genossenschaft mit Sitz in Dierikon ging leicht um zwei Millionen oder 0,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken zurück. Der Betriebsgewinn sank um 1,5 Prozent auf 53,3 Millionen Franken. Unter dem Strich blieb allerdings das zweitbeste Ergebnis der Geschichte der Migros Luzern übrig.

Nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 habe die Minusteuerung in einzelnen Bereichen auf bis zu zehn Prozent angezogen, sagte Felix Meyer, Geschäftsleiter der Migros Luzern am Dienstag an einer Medienkonferenz. Dies führte dazu, dass bei gleichbleibenden Kosten die Umsätze gesunken seien.

Die Migros Genossenschaft Luzern musste 2015 einen Gewinn- und Umsatzrückgang hinnehmen. Ein Grund dafür sei der Einkaufstourismus, wie Geschäftsleiter Felix Meyer im Interview erklärt. (Tele 1, 15.03.2016)

Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis im vergangenen Jahr ausserdem durch höhere Kosten der Klubschule nach dem Umbau des Standorts Schweizerhof in Luzern sowie höhere IT-Kosten etwa für ein schweizweit neues Kassensystem. Dank einem Wachstum in den bestehenden Läden und Effizienzsteigerungen gelang es der Migros, die Ausfälle grösstenteils zu kompensieren.

Trend: Mehr kleine Einkäufe

Im Kerngeschäft, dem Detailhandel, konnte die Genossenschaft im vergangenen Jahr in ihren 48 Super- , 22 Fachmärkten und vier Outlets bei den Umsätzen zulegen. Dort stieg der Umsatz um 2,6 Millionen Franken oder 0,2 Prozent auf 1,168 Mrd. Franken.

Lichtblick ist für die Migros zudem die Kundentreue. Sie zählte 2015 33,5 Millionen Kundinnen und Kunden. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt kauften die Kunden auch leicht mehr ein, nämlich für 36,23 Franken (+0,1 Prozent).

In der Nebentätigkeit ist die Bilanz durchzogen. Bei den Klubschulen kam es nach der wirtschaftlichen Trübung und den damit verbundenen Kürzungen im Bildungsbereich zu einem Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Bei den Freizeitanlagen trugen vor allem die boomenden Fitnesscenter, zu denen auch die expandierenden Tochterkette ONE gehören, zu einem Umsatzplus von 1,7 Prozent bei.

Das Einkaufsverhalten weg von Grosseinkäufen hin zu mehreren kleineren Kommissionen in unmittelbarer Wohn- und Arbeitsnähe hingegen machte den grossen Einkaufszentren zu schaffen. Im Surseepark und im Stanser Länderpark gingen die Umsätze um 2,2 respektive 0,4 Prozent zurück.

Trotzdem will die Migros an ihrem Engagement als Hauptmieterin in dem sich in Ebikon LU in Bau befindlichen Einkaufszentrum Mall of Switzerland "zu 100 Prozent" festhalten, wie Geschäftsleiter Felix Meyer bekräftigte. Die Migros will ab 2017 nicht auf die Präsenz im dereinst grössten Zentralschweizer Einkaufs- und Freizeitzentrum verzichten.

Unmut über Ladenöffnungszeiten

Künftig werde es für die Migros "enger", sagte Geschäftsleiter Felix Meyer beim Ausblick auf 2016. So macht der Genossenschaft weiter der Einkaufstourismus von Zentralschweizern im Ausland, die starke Expansionstätigkeit der Mitbewerber und das Wachstum im Onlinehandel zu schaffen.

Die Migros sei bestrebt, keine Arbeitsplätze abbauen zu müssen, sagte Meyer weiter. Gleichzeitig hielt er fest, dass die Schweiz ihren Wohlstand auf Dauer nicht aufrecht erhalten könne, wenn die Rahmenbedingungen nicht verbessert würden. So machte der Migros-Luzern-Chef seinen Unmut über restriktive Ladenöffnungszeiten deutlich.

Laut eigenen Angaben blieb die Migros Luzern im letzten Jahr die grösste private Arbeitgeberin in der Zentralschweiz. Ende 2015 beschäftigte sie 6107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Wirtschaftsgebiet erstreckt sich über die Kantone Luzern, Zug, Ob- und Nidwalden, Uri und Schwyz ohne Ausserschwyz.

Hinweis: Der Jahresbericht im Detail »

sda/rem

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