«Giftig»-Plakate: Das Versteckspiel ist zu Ende

WAHLEN ⋅ Die Jungen Grünen stecken hinter der Nacht-und-Nebel-Aktion, Wahlplakate mit Warnhinweisen zu versehen. Sie haben damit bei einer betroffenen Partei Kritik ausgelöst – aber nicht wegen der Botschaft an sich.

Am Dienstagmorgen gab es eine Überraschung an einigen der Plakatwände, mit welchen Parteien im Hinblick auf die kantonalen Wahlen für sich werben. Die Werbebotschaften bürgerlicher Parteien waren über Nacht zusätzlich mit Warnhinweisen versehen worden: Blickfänger waren grosse Piktogramme, wie sie auf Verpackungen aufgedruckt sind, um davor zu warnen, dass Substanzen ätzend oder tödlich giftig sind.

Die Sache war gut durchgeplant: Am selben Morgen versandte ein «Komitee Risiken bürgerlicher Politik» die dazugehörige Medienmitteilung, die unter anderem auf die durchgestaltete Website www.risiken-bürgerlicher-politik.ch verwies. Allerdings fehlte überall die Erwähnung, wer eigentlich hinter der Sache stecke.

Anonymität wird kritisiert

Am Mittwoch erst, also Tags darauf, haben die Jungen Grünen sich als Urheber zu erkennen gegeben. «Fertig spekuliert: Wir stecken hinter der Kampagne ‹Risiken bürgerlicher Politik›», steht am Vormittag im neusten Facebook-Eintrag der Jungpartei. Zuvor haben die Initianten nicht auf Anfragen der Neuen Luzerner Zeitung reagiert.

Gerade für die Anonymität hat den Jungpolitikern und -politikerinnen aber Kritik eingebracht. Die FDP, deren Plakate ebenfalls mit Warnhinweisen versehen worden waren, empfand die anonyme Meinungsäusserung  «verwerflich und der Schweizer Demokratie unwürdig». In einer Medienmitteilung forderten sie die Verantwortlichen auf, sich zu erkennen zu geben, damit ein politischer Diskurs erfolgen könne. 

cv


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