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Baldeggersee: Pro Natura gegen Rundweg

UMWELT ⋅ Am Westufer des Baldeggersees planen die Seegemeinden nach jahrzehntelanger Diskussion die Realisierung des letzten Teilstücks eines Seeuferwegs bis im Sommer 2016. Die Gewässereigentümerin Pro Natura lehnt nun allerdings einen Weg direkt am Ufer ab.

Um den Baldeggersee im Luzerner Seetal führt ein rund 13 Kilometer langer Spazierweg. Dieser verläuft auf der Ostseite meist direkt am Wasser, auf der Westseite allerdings grösstenteils in einiger Entfernung an einem Hang.

Die vier Seegemeinden Hitzkirch, Hochdorf, Hohenrain und Römerswil gaben im September 2014 die Absicht bekannt, die Fertigstellung eines seenahen Rundwegs zwischen Richensee und Nunwil an die Hand zunehmen. Im Dezember wurde der Verein "Rundweg Baldeggersee" gegründet. Er soll das Vorhaben bis Mitte 2016 umsetzen. Ein Baugesuch soll im Sommer 2015 vorliegen.

Die Seebesitzerin Pro Natura wehrt sich nun in einer Stellungnahme gegen die Pläne und einen neuen Weg direkt am See. Ein solcher bringe den Erholungssuchenden wenig und würde zu einer erheblichen Zunahme von Störungen im Schutzgebiet führen, teilte die Luzerner Sektion der Umweltorganisation am Dienstag mit.

Pro Natura spricht sich für den Bau eines kombinierten Velo-Wanderwegs entlang der bestehenden Strasse aus. Einen solchen brachten bereits früher Landbesitzer in die Diskussion ein. Mit dem kombinierten Weg sei ein angemessener Abstand zu den Schutzzonen möglich, heisst es in der Mitteilung. Als Sichtschutz gegenüber der Strasse schlägt die Organisation eine Hecke vor.

Die Vegetation am Ufer des Baldeggersees bietet Lebensraum für viele Tierarten wie Brutvögel und Insekten. Der See gehört seit 1943 Pro Natura. Seit 1982 wird das Gewässer inmitten intensiver Tierlandwirtschaft künstlich belüftet. Seit 1992 ist der See und angrenzende Flächen durch den Kanton Luzern geschützt. (sda)

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Leserkommentare (2)
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    geschrieben am 18.02.2015 08:47

    Ein 5km2 grosser See mit Uferzonen welcher an Fauna und Flora nicht mehr als jedes andere Gewässer bietet als Naturschutzzone zu definieren und 70 Jahre der Öffentlichkeit vorenthalten scheint fragwürdig. Anstelle nur noch Oppositionspolitik zu betreiben, sollte sich Pro Natura besser wieder vermehrt dem aktiven Naturschutz widmen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 17.02.2015 23:32

    Man sollte mal schreiben, wessen Projekten sich Pro Natura positiv gegenüberstellt - die Liste wäre sehr kurz und übersichtlich!

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