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Staatsanwaltschaft fordert neue Abteilung

LUZERN ⋅ Noch nie hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern so viele Fälle bearbeitet wie im letzten Jahr. Oberstaatsanwalt Daniel Burri fordert eine neue Abteilung für Wirtschaftsdelikte.

«Das Jahr 2014 war ein typisches Jahr mit konstant hoher Belastung, rekordhohen Fallzahlen und vielen umfangreichen Untersuchungen», bilanziert Oberstaatsanwalt Daniel Burri die vergangene Zeitperiode an einer Medienkonferenz am Montagmorgen. Die Staatsanwaltschaft des Kanton Luzern bearbeitete im vergangenen Jahr 48'800 Fälle, was ein Rekordwert ist. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl Fälle um 1900 (+ 4 Prozent).

Nebst dem deutlichen Anstieg bei den Übertretungen im Allgemeinen (+10,3 Prozent) und den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (+6,1 Prozent) im Speziellen, kamen bei den Delikten gegen Leib und Leben erneut weniger Straftaten zur Anzeige (-6,2 Prozent). Deutlich rückläufig waren die Zahlen auch bei den Betäubungsmitteldelikten (-15,6 Prozent) und nur leicht rückgängig bei den Vermögensdelikten (-0,9 Prozent). 79,5 Prozent der Delinquenten waren Männer, 60 Prozent Schweizer. Prozentual am grössten war der Anstieg der Delikte im Bereich «Sexuelle Integrität». Die Fallzahl stieg von 236 auf 287 (+21,6 Prozent). Insgesamt konnte die Staatsanwaltschaft 96 Prozent der Fälle erledigen, 1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zahlen wenig aussagekräftig

Gemäss Mitteilung der Staatsanwaltschaft sei der Rückgang in all diesen Deliktsbereichen «wenig aussagekräftig» und aufgrund der Zuwachsraten der früheren Jahre nicht signifikant. Insbesondere bei den Delikten gegen Leib und Leben und den Delikten gegen die sexuelle Integrität kommt es immer wieder zu sehr grossen Schwankungen. Die Zahlen lassen deshalb nicht auf einen Trend schliessen.

Neue Abteilung gefordert

Oberstaatsanwalt Daniel Burri fordert für die Zukunft eine neue Abteilung zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität im Kanton Luzern. Grund dafür sind viele Fälle, die mangels Ressourcen nicht bearbeitet werden können. Gemäss der Staatsanwaltschaft benötigen die Untersuchungen der Wirtschaftsdelikte wegen der neuen gesamtschweizerischen Strafprozessordnung viel mehr Zeit als früher. So seien etwa die Rechte der Verfahrensbeteiligten ausgebaut worden.

Zudem sind in den vergangenen Jahren neue Sachverhalte unter Strafe gestellt worden und Verfahren mit internationalem Bezug hätten zugenommen, was zu weiteren Schwierigkeiten und Verzögerungen bei den Ermittlungen geführt habe. Die für die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität erforderlichen Personalressourcen, wie sie beispielsweise im Kanton Zug bereits existieren, müssten aufgrund der jüngsten Entwicklung in einer spezialisierten Abteilung dringend aufgebaut werden. Nur so könne der Kanton Luzern ein wirtschaftsfreundliches Umfeld nachhaltig sicherstellen.

Hinweis: Der Bericht der Staatsanwaltschaft »

rem/sda

Im Jahr 2014 hat die Luzerner Staatsanwaltschaft mit rund 49'000 Fallbearbeitungen einen Höchststand an Falleingängen verzeichnet. Daniel Burri, Oberstaatsanwalt Kanton Luzern, nimmt Stellung zum Jahresbericht. (, )

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Leserkommentare
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 02.03.2015 12:49

    Was für eine Überraschung! Haben wir nicht in den letzten Wochen lesen dürfen, womit sich gewisse Behörden beschäftigen - siehe Strafanzeige weil Kunden nicht pünklichst aus Laden geworfen wurden. Mehr Personal oder andere Prioritäten, das ist die Gretchenfrage.

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