Neue Luzerner Zeitung Online

Strafanzeige gegen Polizeikommandanten wegen Todesfall von Malters

LUZERN ⋅ Gegen die Luzerner Polizei sind nach dem Suizid einer Frau bei einer Hausdurchsuchung Anfang März in Malters Ermittlungen eingeleitet worden. Der Anwalt des Sohnes der Verstorbenen hat Anzeige wegen Amtsmissbrauch und fahrlässiger Tötung eingereicht.

Die Strafanzeige richtet sich gegen den Polizeikommandanten Adi Achermann, gegen Angehörige eines Fachdienstes für Sondereinsätze sowie gegen Unbekannt, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Die Ermittlungen führt ein ausserordentlicher Staatsanwalt aus dem Kanton Aargau.

Der Anwalt forderte, dass die Luzerner Behörde die Untersuchung nicht selber führt, sondern delegiert und in den Ausstand tritt, wie es in der Mitteilung heisst. Die Luzerner Oberstaatsanwaltschaft habe umgehend auf die entsprechenden Gesuche reagiert.

Das Luzerner Kantonsgericht beauftragte den Aargauer Staatsanwalt Christoph Rüedi mit der Untersuchung. Er übernimmt auch die bisher von der Luzerner Staatsanwaltschaft geführten ordentlichen Ermittlungen in dem aussergewöhnlichen Todesfall.

Aufgrund der Strafanzeige gegen den Polizeikommandanten eröffnete das Justiz- und Sicherheitsdepartement eine Administrativuntersuchung, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst. Sie soll wie in solchen Fällen üblich prüfen, ob von der Polizei Dienstbefehle, Weisungen und Richtlinien korrekt eingehalten wurden.

In den kommenden Tagen wird eine externe Person mit der Untersuchung durch das Justizdepartement beauftragt. Diese wird allerdings erst tätig, wenn die Strafuntersuchung abgeschlossen ist.

Während Stunden verschanzt

Am 8. und 9. März verschanzte sich eine 65-jährige Frau während 17 Stunden in einer Wohnung in Malters und wehrte sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage. Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung und fand die Frau leblos im Badezimmer auf. Sie hatte eine Katze und sich laut der Luzerner Staatsanwaltschaft mit einem Revolver erschossen. («zum Artikel»)

Sie habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, sagte der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann nach der Aktion vor den Medien. Sie habe keine Einsicht gezeigt und mit Suizid gedroht. Die Frau sei eine grosse Gefährdung für die Nachbarschaft und die Polizisten gewesen. Warum sie sich in der Wohnung befand, ist unklar.

Bei der Frau handelt es sich um eine 65-jährige Schweizerin. Gegen ihren Sohn, der nun auch die Anzeige gegen die Polizeiverantwortlichen eingereicht hat, wird im Kanton Zürich im Rahmen mehrere illegaler Hanfindooranlagen in den Kantonen Zürich, Aargau und Luzern ermittelt.

sda

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Leserkommentare (7)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.03.2016 13:57

    Die von Ihnen beanstandeten Einsatzmittel wurden ja nicht wegen des Grünzeugs angewendet, sondern weil das Grünzeug mit Waffengewalt verteidigt wurde.
    Für das Grünzeug war soweit ich weiss, ursprünglich eine normale Hausdurchsuchung vorgesehen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.03.2016 12:31

    Ich hoffe die Verantwortlichen werden bestraft kann jo wohl nicht sein, dass wegen etwas Grünzeug eine Frau in den Suizid getrieben wird. Die Herrschaften haben sich in der Wahl der Einsatzmittel gewaltig vergriffen.

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    geschrieben am 29.03.2016 16:51
    als Antwort auf das Posting von Sonja Scherer, Reiden am 29.03.2016 12:31

    Frau Scheres Aussage ist meines Erachtens nach einfach nur bedauerlich, ignorant und zeugt von grösstem Unwissen wie die Welt so funktioniert. Personen wie sie empfinde ich als eine Gefahr für die Öffentliche Sicherheit!

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    geschrieben am 09.04.2016 03:20
    als Antwort auf das Posting von Martin Beiersdörfer, Auw am 29.03.2016 16:51

    Amen😃😃traurig als hanf noch erhältlich war als badezusatz deklariert bis 2001 oder als taxi dienst. Musste niemand sterben oder sich kriminalisieren.......

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.03.2016 14:29
    als Antwort auf das Posting von Sonja Scherer, Reiden am 29.03.2016 12:31

    Ich nehme an ihr kommentar ist ein witz.sie wissen schon,dass dies eine hanfanlage war?oder sind sie von der ultragrünen zunft?ich hoffe einfach,dass mie jemandmit ihrer gesinnung in der politik etwas zu sagen hat,sonst gnad uns gott

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 29.03.2016 13:53
    als Antwort auf das Posting von Sonja Scherer, Reiden am 29.03.2016 12:31

    Schon eine sehr seltsame Rechtsauffassung die Sie, sehr geehrte Frau Scherer, da an den Tag legen.

    Gehen wir einmal von der Unschuldsvermutung für die Verstorbene aus. Wieso verweigert sie dann der Polizei mit Waffengewalt den Zutritt zu "etwas Grünzeug"?

    Wer eine Waffe gegen Polizisten richtet, auch nur verbal, muss mit einer entsprechenden Reaktion rechnen. Unsere Polizei ist in solchen Fällen eher zurückhaltend, wie z.B. die vielen verletzten Polizisten bei Demos etc. beweisen.

    Vergessen wir auch nicht: die Verstorbene hat sich mit ihrer Waffe selbst getötet. Ohne Widerstand und dem Einsatz der eigenen Waffe könnte sich heute Justiz mit der Dame unterhalten.

    Jedes andere Ergebnis als ein umfassender Freispruch für alle beteiligten Personen wäre eine Farce und der schweizer Justiz unwürdig.

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    geschrieben am 09.04.2016 03:24
    als Antwort auf das Posting von Wolfgang Strich, Luzern am 29.03.2016 13:53

    Ihren Beamten Blödsinn können sie sich sparen. Waren es nicht die Anlagen vom Sohn? Wieso 17 Stunden Druck machen auf Mutter? Das find ich feige!

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